In der Nähe von Patna der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Bihar soll ein Mann seine Ehefrau beim Glücksspiel verloren haben. Nachdem sie nicht mit dem Gewinner mitgehen wollte, hat er sie daraufhin angegriffen.

In Indiens südwestlicher Provinz hat angeblich ein Mann seine Ehefrau beim Glücksspiel als Einsatz gesetzt. Der Vorfall soll sich vor einigen Tagen im Bezirk Banka im Bundestaat Bihar ereignet haben. Er wurde jedoch erst bekannt, nachdem das Opfer die Angelegenheit der Polizei am Dienstag (12. November 2019) gemeldet hatte.

Was war geschehen?

Laut Medienberichten nahm die Polizei zu Protokoll, dass die Ehefrau des Mannes am Montagabend in ihrem Zimmer geschlafen hat. Ihr Ehemann Binod Kumar S. hatte sie geweckt und informierte, dass er sie beim Glücksspiel an einen anderen Dorfbewohner verloren hatte. Der Gewinner würde am Morgen kommen, um sie abzuholen. Die Frau wurde von der Polizei als Chanda D. identifiziert, sie sagte wohl zu den Polizisten:

Er teilte mir mit, dass der Gewinner am nächsten Morgen in ihr Haus kommen würde und sie sollte sich bereit machen, mitzugehen, da er sie im Spiel verloren habe.

Sie weigerte sich am nächsten Morgen mit dem Gewinner zu gehen. Daraufhin wurde sie vom Ehemann vor den Augen des Gewinners verprügelt.

Die Ehefrau hat daraufhin sich bei der Polizei gemeldet und sie aufgefordert angemessene Maßnahmen gegen den Ehemann zu ergreifen. Kumar Sunny, ein hochrangiger Polizeibeamter, gab zu dem Vorfall bekannt:

Wir haben den Fall registriert und Ermittlungen eingeleitet.

Die Frau sollte für weitere Untersuchungen in die Polizeistation kommen. Bisher sei sie aber nicht angekommen. Die Polizei wurde informiert, dass sie das Haus der Eltern verlassen habe.

Das ist nicht der erste kuriose Wetteinsatz in Indien

Es ist scheinbar keine Seltenheit, dass Menschen sich selbst oder Verwandte beziehungsweise Kinder im Glücksspiel als Einsatz nutzen. Es wurden zumindest bereits weitere Fälle aus dörflichen Regionen bekannt.

Frau setzt sich selbst beim Glücksspiel

Vor einiger Zeit hatte eine Frau im gleichen Bezirk sich selbst beim Glücksspiel verloren. Die Frau aus dem Dorf Teldiha im Bezirk Banka hatte sich während der jährlichen Glücksspielmesse in Diwali bei einem örtlichen Dorfbewohner Bambholi Y. verzockt. Anschließend umarmte der Sieger sie öffentlich, bevor er sie zu seinem Haus brachte, wo sie zwei Tage blieb.

Sie wurde nach zwei Tagen gerettet, da ein anderer Dorfbewohner eingegriffen und sie zu ihrem Ehemann geschickt hat. Die Frau hatte wohl jedes Jahr bei der Glücksspielmesse und Geld gewonnen. Diesmal hat sie aber 7.000 Rupien verspielt, nachdem sie etwas Geld gewonnen hatte. In einer letzten Wette hat sie sich selbst gesetzt und verloren.

Mann verspielt 3-jährigen Sohn

Im Bezirk Bihar hatten im Dezember 2018 indische Medien berichtet, dass Santosh K. aus einem kleinen Dorf im Distrikt Muzaffarpur beim Glücksspiel seinen Sohn verloren hatte. Er hatte zunächst wohl alle Besitztümer beim Spielen an einen Dorfbewohner verloren und setzte dann seinen 3-jährigen Sohn als Sicherheit.

Ram Bhajan S. wollte den Sohn schon mitnehmen, als der Vater Skrupel bekam. Es kam zum Streit zwischen den Männern, der Dorfsarpanch, der als Verbindungsmann zwischen Regierung und Anwohnern dient, berief umgehend eine Notfallsitzung des Dorfgerichts ein. Nach Anhörung beider Seiten hat das Gericht das Kind zurück in die Obhut der Eltern gegeben.

Die beiden Spieler wurden ebenfalls bestraft. Der Sarpanch forderte den Vater auf, 50 Sit-Ups zu machen. Unter Anwendung der Doktrin der proportionalen Gerechtigkeit wurde der Gewinner angewiesen, 25 Sit-ups zu machen.

Nachdem sich Kumar und sein Gegner förmlich beim Dorf entschuldigt hatten, erklärte die Sarpanch, dass das Glücksspiel nun für alle Dorfbewohner strikt verboten sei und jeder, der gegen dieses Verbot verstößt, mit einer „schweren Bestrafung“ rechnen muss.

Andere Länder, andere Sitten?

Das Verbot von Glücksspielen in Indien sagt nicht viel aus, da die meisten Formen des Glücksspiels mit Ausnahme der staatlichen Lotterien bereits illegal sind. In den Bundesstaaten Goa und Damman gibt es ein paar legale Casinos. Einwohner von Sikkim haben Zugang zu lokalen Sportwettengeschäften und können auf bestimmte Pferderennen wetten. In Indien gab es wiederholt Forderungen, Sportwetten landesweit zu legalisieren und zu regulieren, die Regierung scheint sich jedoch nicht sonderlich dafür zu interessieren.

Vielleicht sollte man aber über eine Legalisierung des Glücksspiels mit vernünftiger Regulierung nachdenken, es könnte vielleicht verhindern, dass die Menschen alles verspielen und dann auch noch Familienmitglieder verwetten.

Bildquelle: AdobeStock 238563458;indian female model in vacation on paradise tropical beach by ocean sea. hindu woman with kundan jewelry traditional India costume red wedding sari.asian girl near the rocks shores of Indian Ocean; ©Юрий Красильников

Wie gefällt dir der Artikel?