Casinos Austria ist als Betreiber der Spielbanken in Österreich sehr bekannt. Das Unternehmen hatte aufgrund der Coronakrise herbe Verluste einstecken müssen. In der Folge hatte man die Unternehmensstrukturen verändert und auch Mitarbeiter entlassen. Der Betriebsrat von Casinos Austria ist jedoch der Meinung, dass die Kündigungen nur den Aktionären dienen und eigentlich nicht notwendig wären.

Knapp 600 Mitarbeiter von Casinos Austria haben eine Kündigung erhalten und sich beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. Das Dienstleistungsunternehmen erfüllt die Funktionen eines öffentlich-rechtlichen Arbeitsamts. Trotzdem verhandelt der Betriebsrat in Person von Manfred Schönbauer immer noch mit Casinos Austria, damit es nicht zu den geplanten Entlassungen kommt. Er ist jedoch der Meinung, dass die Aktionäre viel Druck ausüben. Daher ist er sich nicht sicher, ob wirklich alle Entlassungen verhindert werden können.

Hartes Sanierungsprogramm wurde beschlossen

Im Juli 2020 hatte Casinos Austria in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats ein hartes Sanierungsprogramm beschlossen. Es wurde als „Refit“-Programm der Öffentlichkeit vorgestellt. Geplant waren dort Entlassungen von 500 Mitarbeitern. Zudem wurden Gehaltskürzungen von bis zu 25% geplant.

Laut Aussage der Chefin Bettina Glatz-Kremsner handelte es sich um die größte Neuorganisation in der Geschichte von Casinos Austria. Man hatte die Einsparungen als notwendig vorgestellt, da es ansonsten bis 2024 zu rund 150 Millionen Euro Verlust kommen kann. Die Corona-Pandemie habe die finanzielle Lage zwar verschärft, aber schon vorher seien Anzeichen für die Entwicklung festgestellt worden.

Ein Teil der Kündigungen konnte abgewendet werden

Die Verhandlungen mit Casinos Austria dauern zwar noch an, dennoch zieht der Betriebsrat insgesamt ein recht positives Fazit. Die meisten Details seien bereits besprochen, es muss nur noch auf Papier gebracht werden.

Seiner Ansicht nach hat man den Stellenabbau sozialverträglicher gemacht. Er hofft, dass man durch Umstellung auf Teilzeit und Frühpensionierungen vielleicht sogar ohne Kündigungen durch die Krise kommt. Die Zukunft wird jedoch erst zeigen, wie die neuen Arbeitsmodelle angenommen werden.

Dabei wurde unter anderem ausgehandelt, dass Mitarbeiter, bei denen die Arbeitszeit um 50% reduziert wird, der Lohn immer noch 60% des regulären Verdienstes beträgt. Man möchte quasi die Arbeitszeit verkürzen, um den Job an sich zu retten.

Selbst für die „freiwilligen Abgänge“ konnte man gute Konditionen aushandeln. Teilweise gäbe es bis zu 39 Bruttomonatsgehälter als Abfindung.

Stellenabbau aus Profitinteresse?

In einem Interview für „kontrast.at“ hat der Betriebsrat sein Unverständnis gegenüber dem Stellenabbau geschildert. Für ihn waren die Spielbanken in Österreich in den letzten 10 Jahren rentabel. 2019 war ferner das beste Geschäft, auch wenn der Online-Glücksspielmarkt einen großen Anteil daran hatte. Dennoch kommt er zu dem Schluss:

Das gesamte „Refit“-Programm der Geschäftsführung dient der Maximierung der Dividende und ist unternehmerisch nicht notwendig.

Casinos Austria gehört der Republik Österreich (durch die ÖBAG), dem tschechischen Sazka Konzern und einigen kleineren Anlegern. Novomatic hatte in der Vergangenheit einen Großteil der Anteile an Sazka verkauft. Die ÖBAG hatte damals auf das Vorkaufsrecht verzichtet. Mittlerweile scheinen die Arbeitsplätze bei Casinos Austria keinen hohen Stellenwert bei der Regierung einzunehmen. Dennoch würde es sich der Betriebsbeirat von Casinos Austria wünschen, wenn beim Glücksspiel das Profitinteresse nicht immer im Vordergrund steht.

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