Beim Poker entscheidet das Level der eigenen Skills über Sieg oder Niederlage. Einige Spieler sind daher bestrebt, das Ungleichgewicht der Fähigkeiten beim Pokern zu bewahren. Schlechte Spieler würden Tischen fernbleiben, wenn sie sich in der Gruppe nicht gut fühlen und Spaß haben. Vor allem lästige Charakterzüge können dazu führen, dass schlechte Spieler den Tischen fernbleiben und ihr Geld woanders verlieren, oder gar nicht einsetzen.

Poker ist ein Glücksspiel, was auch den eigenen Fähigkeiten viel abverlangt. Taktik und Menschenkenntnis sind wichtige Eckpfeiler, wenn man eine Partie gewinnen möchte. Man möchte schließlich die Spieler, welche nicht so gut spielen wie man selbst am Tisch behalten. Dafür muss man die eher kühle und bedrohliche Atmosphäre am Pokertisch in eine lustige Atmosphäre verwandeln.

Die meisten Spieler raten davon ab, einen Spieler zur Weißglut zu treiben, um ihn in den „Tilt-Zustand“ zu bringen. Problem ist, dass man mit solchen Verhalten die Hobby-Spieler vom Spielen abhält, was langfristig schlecht für das gesamte Spiel sein kann. Hier ist einmal eine Liste mit Verhaltensweisen, die beim Pokern eher kontraproduktiv sein können und dazu führt, dass man leichte Gegner verliert.

  • Bad Beat: Ein Spieler hat den Großteil seiner Chips gesetzt und verliert mit einer offensichtlich anfänglich stärkeren Hand als der Gegner.
  • Bet: Der Eröffnungseinsatz eines Spielers in einer Setzrunde.
  • Check: Wenn ein Spieler bei einer Pokerrunde nicht erhöhen und ohne weiteren Einsatz in die nächste Runde gehen möchte, checkt er. Das Checken ist nur möglich, wenn noch kein Einsatz (Bet) gemacht wurde.
  • Call: Das Mitgehen ohne Erhöhung des Potts. Er zahlt den gleichen Einsatz, der als letztes gesetzt wurde.
  • Fold: Der Spieler gibt die Runde auf.
  • Pot: Die gesamte Anzahl der Chips, die Spieler in eine Hand investiert haben.
  • Raise: Die eigentliche Wette (Bet) wird gesetzt und zusätzlich eine Erhöhung gegeben. Der Raise muss am Tisch angesagt werden.
  • River: Es handelt sich um die letzte Gemeinschaftskarte, die beim Poker gezogen wird.
  • Tilt: „Tilt“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „kippen“. Beim Poker meint man, dass der Gemütszustand eines Spielers umkippt. Aus einem berechnenden und abwägenden Spieler wird ein emotionaler Spieler. Wenn ein Spieler viele Hände hintereinander verliert, sich über das Verhalten des Gegners und die eigenen Spielzüge ärgert, kann er weitere Fehler machen. Er tätigt daraufhin andere Einsätze und macht Fehler, die er sonst nicht gemacht hätte. Dann spricht man vom Zustand „Tilt“.

1. Das Auskosten des Sieges mit „Slowrolls“

Falls ein Spieler die eigene River-Bet gecallt hat, muss man die eigenen Karten aufdecken. Manche Spieler verspüren den Drang den Moment auszukosten. Sie warten teilweise ein paar Sekunden (oder gar länger), um die bessere Hand zu zeigen. Man bezeichnet das Verhalten als „Slowroll“.

Die Gründe für das Verhalten können Freude am Sieg, Film-Erinnerungen oder einfach ein schlechtes Benehmen sein. Am Ende mag niemand Angeber oder Menschen, die sich in der Freude des Sieges mit einem „Slowroll“ suhlen müssen. Für den anderen Spieler ist es sehr nervig auf den Sieg des anderen warten zu müssen. Niemand sieht gerne den Triumph des anderen Spielers, daher sollte man die Atmosphäre des Tisches nicht mit solchen Aktionen vergiften.

2. Langsames Spielen

Die Hauptaufgaben eines Pokerspielers sind „betten“, „raisen“, „checken“ oder „folden“. Zwischen den Optionen muss man sich in jeder Runde entscheiden. Es macht keinen Sinn, den Augenblick des Überlegens hinauszuzögern. Das Nachdenken in aller Seelenruhe nervt die meisten Spieler, da sie einfach nur pokern wollen.

Schlimmer sind lediglich Spieler, die nicht wissen, wann sie an der Reihe sind. Die erst reagieren, wenn der gesamte Tisch auf sie blickt und dann noch fragen, ob sie an der Reihe sind. Langsames Spielen nervt und kann dazu führen, dass Spieler sich einen anderen Tisch suchen.

3. Poker-Storys auspacken

Ein Spieler berichtet von einem Bad Beat? Ein anderer Spieler erzählt, wie er fasst einen Pot mit einer Million Dollar gewonnen hätte? Die Lebensgeschichten der Pokerkarriere interessieren die meisten Spieler am Tisch nicht. Es wird Poker gespielt. Man konzentriert sich auf die aktuellen Blätter und handelt möglichst schnell. Geschichten können mit der Verwandtschaft, den Ehepartnern und Freunden geteilt werden, aber bitte nicht am Pokertisch.

4. Schlechte Körperpflege

Es gibt diverse Momente, welche andere Pokerspieler zur Verzweiflung treiben können. Der eine Spieler niest und hustet ständig in die Hand. Danach spielt er mit den Karten und Chips weiter, als wäre nie etwas geschehen. Ein weiterer Spieler riecht so streng, als hätte er tagelang nicht geduscht. Ein weiterer Spieler kann kein Sandwich essen, ohne dabei die Karten und den Tisch damit zu versauen.

Nicht erst seit Corona sollte man dem Tisch fernbleiben, wenn man krank ist. Beim Husten oder Niesen ist es von Vorteil, wenn man die Armbeuge nutzt. Ansonsten sollte man sich die Hände waschen oder Desinfektionsmittel mitnehmen.

5. Redefluss unterbinden

Poker spielt man sicherlich, der sozialen Interaktion wegen. Dennoch ist ein zu großer Redefluss einer Person ein Problem. Man sollte daher nie Hände analysieren, in die man nicht mehr involviert ist. Außerdem sollte man nicht immer die letzte Hand durchkauen oder anderen Spielern Tipps zur Verbesserung des Spielens geben. Die meisten Menschen sind davon nicht begeistert.

Politische Themen, aus denen sich ein Streit entwickeln könnte, sind ebenfalls tabu. Falls man nicht weiß, was man genau sagen soll, empfiehlt es sich, gar nicht zu sprechen. In der Regel regen sich nur wenige Gegenspieler auf, wenn ein Spieler zu ruhig ist.

6. Sprücheklopfer

Falls man eine Hand gewonnen hat, sollte man die Chips im Pott nehmen und zur nächsten Runde übergehen. Niemand mag Menschen, die Salz in die Wunde streuen und auch noch den Sieg mit einem dummen Spruch kommentieren. Das Motto ist also: Gewinnen, Chips einstreichen und weiterspielen.

7. Poker und Alkohol

Sicherlich ist es positiv für das eigene Spielen, wenn ein Gegner durch den Alkohol etwas mehr Risiko eingeht. Es gibt meist schlechte Calls, wenn ein Gegner schon ein wenig angetrunken ist. Das kann zwar zu Aggressionen ohne ersichtlichen Grund führen, aber im Pot befinden sich mehr Chips, welche man gewinnen kann.

Wenn ein Spieler richtig betrunken ist, werden die Probleme aber deutlich größer. Ein betrunkener Spieler kann das Pokern in die Länge ziehen, sodass der erhaltene Profit in keinem Verhältnis zu der Zeit steht.

Weiterhin können Betrunkene am Tisch für Streit sorgen. Die Pokerrunde wird unheimlich träge und die Verzögerungen führen zu noch mehr Streit. Ein Spieler, der merkt, dass er betrunken sein könnte, sollte den Tisch verlassen. Er verliert weniger Geld und lässt den anderen Spielern den Spaß am Pokern.

8. Das falsche Halten von Karten

Pokerspieler müssen ihre Karten verdeckt halten. Sicherlich kann man einen Vorteil daraus ziehen, wenn man die Karten des anderen erhaschen kann. Trotzdem sollte man immer darauf achten, dass alle Spieler ihre Karten verdeckt halten. Es kann zur Unruhe am Tisch führen. Das führt zu Streit und vergiftet die Atmosphäre. Man spielt immerhin um Geld, da sollten alle die gleichen Chancen haben und nicht durch einen unvorsichtigen Spieler einen Vorteil erhalten.

9. Depressionen gehören nicht an den Pokertisch

Es gibt Pokerspieler, die immer jammern. Sie hatten keine Chance mit ihren Assen. Die anderen Spieler haben mehr Glück und beim Showdown liegen die Hände der Heulsuse immer hinten. Kurzum, solche Spieler können einfach nicht gewinnen. Vielleicht wurde er auch von der Frau verlassen, oder der Hund ist gestorben. Beim Pokern interessiert es keinen anderen Spieler – Depressionen, Gejammer und ähnliche Dinge gehören daher nicht an den Tisch.

10. Keine Nachhilfestunden am Pokertisch

Es gibt immer wieder Pokerspieler, die anderen erklären wollen, wo sie die Fehler suchen müssen. Ratschläge haben am Pokertisch nichts verloren. Die guten Spieler haben kein Interesse und die schlechten Spieler verlassen den Tisch, da sie sich ausgenutzt fühlen. Einige schlechte Spieler nehmen die Lektionen auch an und werden besser. Für das Spiel selbst bringt das aber nichts.

In Zeiten von Corona und Covid-19 ist das Pokern in den digitalen Raum verlagert worden. Dennoch sollte man sich die Auflistung einmal genauer ansehen, vor allem wenn man wieder an die Tische in richtigen Pokerräumen geht. Man kann beim Pokern mit dem eigenen Verhalten viel falsch machen. Es ist mehr als nur ein einfaches Kartenspiel. Daher sollte man versuchen wenigstens die 10 Grundsätze zu beherzigen. Am Ende wird es dem eigenen Spiel sicher nutzen.

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