Las Vegas ist nicht nur die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada, sondern der wohl weltweit bedeutsamste Ort für Glücksspiel. In der schillernden Großstadt wohnen mehr als 600.000 Menschen und Jahr für Jahr kamen Millionen Touristen nach Las Vegas. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Covid 19-Pandemie alles anders.

Über einen Zeitraum von mehr als zwei Monaten waren alle bekannten Hotels und Spielstätten wie das Bellagio, The Cosmopolitan und das Casino at Aria Resort geschlossen. Nur langsam erholt sich die Glücksspiel-Metropole vom Lockdown. Dennoch sind noch immer manche Casinos geschlossen und die Besucherzahlen liegen nach wie vor deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Das ist für eine Stadt, in die zuletzt 42 Millionen Menschen gereist sind, ein großes Problem. Mittlerweile ist in den Medien bereits die Rede davon, dass die „Stadt der Sünde“ jetzt artig werden will, indem sich die Wüstenmetropole vom Glücksspiel hin zum Traumziel für Sportfans entwickeln will. Ein Überblick der Entwicklung und eine Prognose für die Zukunft.   

Las Vegas steht still

Als im Frühjahr dieses Jahres der weltweite Lockdown kam, schlossen viele Casinos unter anderem auch in Las Vegas über mehrere Monate. Von heute auf morgen kamen keine Touristen mehr in die Wüstenmetropole, sodass auch tausende Arbeitsplätze abgebaut wurden. Erst seit Anfang Juni empfängt der populäre Las Vegas Strip wieder Gäste. Die Buchungszahlen liegen jedoch deutlich unter den Vorjahresniveaus, sodass von einer Normalisierung nicht die Rede sein kann. Trotz des beendeten Lockdowns finden nur wenige Menschen den Weg in die größte Stadt des US-Bundesstaates Nevada. Vor allem an internationalen Gästen mangelt es aufgrund von immer noch geltenden Einreisebeschränkungen und Quarantäneregeln. Nicht nur der Tourismus, sondern im Grunde genommen die ganze Stadt läuft auch im Oktober 2020 noch auf Sparflamme. Daran wird sich vermutlich auch in den kommenden Monaten nichts ändern.

Einst war Las Vegas noch die sündige Glücksspielmetropole, doch in den vergangenen Jahren versuchte man an seinem Image zu arbeiten. Das Angebot für Familien wurde ausgeweitet, indem beispielsweise Shows wie die Blue Man Group in die Stadt geholt worden sind. Die Abhängigkeit vom Tourismus ist jedoch geblieben. Kaum eine andere Stadt in den USA ist vom Tourismus derart stark abhängig wie die Wüstenmetropole Las Vegas. Deshalb ist es im Grunde auch keine Überraschung, dass die Stadt durch die Corona-Pandemie auch überdurchschnittlich hart getroffen worden ist.

Ein langer Weg zurück zur Normalität

Zwar dürfen die Hotels und Casinos seit dem 4. Juni 2020 wieder offiziell öffnen. Wirklich rentabel scheint das für die Betreiber aufgrund der niedrigen Besucherzahlen jedoch nicht zu sein. Hinzu kommen jede Menge Hygiene- und Abstandsvorschriften, die die Casinos einzuhalten haben. So gibt es ein deutlich reduziertes Platzangebot in den Casinos, um den geforderten Mindestabstand einzuhalten. Darüber hinaus gibt es an allen Eingängen Stationen zum Händewaschen bzw. zum Hände desinfizieren. Weiterhin gibt es an einigen Roulette- und Blackjack-Tischen Plexiglaswände, um die Besucher bestmöglich zu schützen. Und beim Check-in im Hotel kommt es inzwischen häufig dazu, dass der Empfangsmitarbeiter zum Fieberthermometer greift. Maskenpflicht herrscht seit Mitte Juni ohnehin fast überall in der Stadt. Von Normalität ist man in Las Vegas also noch sehr weit entfernt.

Etwa 17 Prozent der Menschen in Las Vegas arbeiten entweder in den ansässigen Hotels oder Casinos. Hinzu kommen etliche Arbeitsplätze in der Gastronomie und in anderen Geschäften. Kaum eine andere Stadt in den USA ist so abhängig vom Tourismus wie Las Vegas. Erst Mitte Oktober 2020 hat das weltbekannte Casino-Hotel Encore am Strip von Las Vegas auf die anhaltend niedrigen Übernachtungszahlen reagiert. Unter der Woche von Montagmittag bis Donnerstagvormittag bleiben sowohl die Hotel- als auch die Spielbereiche für den Publikumsverkehr geschlossen. Lediglich am Wochenende begrüßt das Casino-Hotel seine (wenigen) Gäste.

Hotelzimmer werden verramscht

Für läppische 40 US-Dollar pro Nacht ist derzeit ein Zimmer in zentraler Lage des Strips zu bekommen. Noch vor einem Jahr konnten Touristen von derart niedrigen Preisen nur träumen. Hinzu kommt trotz anhaltender Krisensituation eine „Resortgebühr“ in Höhe von ebenfalls 40 US-Dollar. Allein ein niedriger Übernachtungspreis wird aber nicht ausreichen, um wieder mehr Touristen nach Las Vegas zu locken. Schließlich müssen insbesondere Gäste aus Deutschland derzeit noch aufgrund der geltenden Reisebeschränkungen darauf verzichten, Las Vegas zu besuchen.

Hat Las Vegas in Zukunft noch eine Chance?

Kritiker behaupten schon jetzt, dass Las Vegas als legendärer Ort für „Zockerfreunde“ keine Zukunft mehr hat. Zu groß ist der Schaden, den die Corona-Pandemie angerichtet hat und noch anrichten wird. Bis in der Glücksspielmetropole wieder Normalität hergestellt ist, könnt es schon zu spät sein. Die glitzernde und schillernde Wüstenoase, in der auch die Mafia ihr Geld wusch, lebt seit Jahren und Jahrzehnten von ihrem verruchten Ruf. Man darf gespannt sein, ob die zahlreichen Casinos und Hotels der Stadt die Pandemie überstehen werden und ob Las Vegas nach der Corona-Pandemie als abenteuerlicher Ort für Glücksspiel wiederaufleben wird. Bis dahin müssen sich spielbegeisterte Casino-Besucher entweder den strengen Hygiene- und Abstandsregeln unterwerfen oder sie weichen direkt auf die virtuellen Spielstätten im Internet aus. Die Online-Angebote haben seit Beginn der Pandemie nämlich einen starken Zuwachs erfahren.

In der derzeitigen Pandemiesituation ist verantwortungsvolles Handeln von jedem Einzelnen gefragt. Es liegt auf der Hand, dass Las Vegas hierfür der falsche Ort ist. Zwar darf in den Casinos der Stadt wieder überall gespielt werden, allerdings nur unter strengen Regeln. Und genau diese sind es, die das Erlebnis weniger glamourös und letztendlich auch weniger attraktiv werden lassen. Las Vegas hat wieder geöffnet – aber schon jetzt ist nichts mehr wie es vor der Pandemie war.

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