Die Spielbanken in Deutschland haben für das Geschäftsjahr 2017 eine recht positive Bilanz gezogen. Der Bruttospielertrag hat letztes Jahr zum ersten Mal die 600 Millionen Euro Grenze überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit der Gewinn der Spielbanken um fast 5,2% gestiegen.

In den Spielbanken der Bundesrepublik wird scheinbar wieder mehr gespielt. Zumindest konnte man eine Entwicklung recht positiven Anstieg beim Bruttospielertrag und den Besucherzahlen verzeichnen. Insgesamt lag der gesamte Bruttospielertrag in Deutschland bei 606,978 Millionen Euro. Besonders erfreulich ist aus Sicht der Spielbanken, dass auch die Zahl der Besucher auf 5,538 Millionen gestiegen ist.

Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung wertet man diese Entwicklung als gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz des legalen Glücksspiels. Man hat übrigens festgestellt, dass mehr Geld an Slots umgesetzt wurde, die Bruttospielerträge sind um 8,66% auf 461,546 Millionen Euro gestiegen. Bei den Tischspielen ging der Ertrag um 4,47% zurück, sodass bei Blackjack, Roulette und Poker lediglich 145,432 Millionen Euro Gewinn erzielt werden konnten.

Bruttospielerträge sind die eigentlichen Gewinne der Spielbank, vor Abzug der Spielbankabgabe und der laufenden Kosten. Sie errechnen sich aus den gesamten Spieleinsätzen der Besucher, von denen dann die Gewinne der Spieler abgezogen werden.

Die Konkurrenz ist groß für die Spielbanken

Man begrüßt das Wachstum in der Branche sehr. In der Vergangenheit hat es einen relativ starken Einschnitt gegeben. Während man 2007 einen Bruttospielertrag von 923 Millionen Euro verzeichnete und mehr als 8,9 Millionen Besucher, sind die Besucherzahlen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Seit Mitte 2010 sind die Spielbanken verstärkter Konkurrenz aus dem Internet ausgesetzt, außerdem hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland verschlechtert, sodass auch die Umsätze schlechter geworden sind. Bis 2015 verzeichnete man einen Rückgang um 40% beim Bruttospielertrag, die Gesamtsumme betrug nur noch 556 Millionen Euro und die Besucherzahlen sind um 37% auf 5,6 Millionen zurückgegangen gegenüber 2007. 2017 war das erste Mal seit Jahren, dass der Bruttospielertrag wieder über 600 Millionen Euro gelangte.

Gründe für diese Entwicklung sieht man vor allem im wachsenden Interesse an den Online Casinos und der daraus resultierenden Konkurrenz für Spielbanken. Die Auszahlungsquoten dort liegen ebenfalls über 90% bei den Casinospielen, man hat ebenfalls progressive Jackpots und kann bequem von Zuhause via Kreditkarte oder PayPal einzahlen. Die Vorzüge liegen auf der Hand - in Deutschland konnte man bisher nicht gegen die Internet Glücksspielangebote vorgehen, sodass sich auch durch die TV-Werbung einiger Anbieter ein Boom der Online Glücksspielbranche ergeben hat.

Wie viele Spielbanken gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit 9 Spielbankunternehmen mit 35 Standorten hinter den eine öffentlich-rechtliche Trägerschaft steht. Sie haben 2017 Bruttospielerträge in einer Höhe von 320 Millionen Euro erzielt, 124 Millionen wurden als Steuern und Abgaben an die Bundesländer abgeführt. Insgesamt beschäftigen die Unternehmen 3.000 Vollzeitarbeitsplätze.

8 weitere Spielbankfirmen sind in privater Hand und werden unternehmerisch geführt. Es handelt sich dabei um 29 Standorte, die einen Bruttospielertrag von rund 287 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Mit der angeschlossenen Gastronomie kann man 3.100 Mitarbeiter beschäftigen.

Online Glücksspiel in Deutschland - einige Statistiken

Mittlerweile gibt es mehr als 3.800 Gamling-Webseiten online, davon sind mehr als 900 auf den deutschsprachigen Bereich ausgerichtet. Außerdem finden sich derzeit mehr als 500 Online Casinos, die versuchen deutsche Spieler anzuwerben. Mehrere Statistiken und Umfragen zeigen, dass der Online Glücksspielmarkt in der EU und vor allem in Deutschland stetig wächst.

Vor allem eine Studie des Handelsblatt Research Institutes hat in der Vergangenheit ein rasantes Wachstum prognostiziert. Der Anteil in Deutschland vom Online Glücksspiel liegt derzeit bei 16%, für die nächsten 5 Jahre wird ein stetiger Anstieg erwartet.

Fazit: Trotz starker Konkurrenz gewinnen Spielbanken wieder an Attraktivität

Nach den eher krisenhaften Jahren für die Spielbanken ist nun zumindest eine leichte Verbesserung in Sicht. Dennoch muss man sich durch die zunehmende Konkurrenz der Online Casinos weiterentwickeln und hat erkannt, dass man mit der Digitalisierung von einer großen Herausforderung steht. Otto Wulferding, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spielbankenverbandes DSbV, kommentierte den Umstand wie folgt:

Sowohl die Umsatz- als auch die Besucherzahlen zeigen, dass die deutschen Spielbanken souverän im Markt liegen und als Teil der Spielkultur gesellschaftlich angenommen werden. Dennoch stehen die deutschen Casinos vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Ein Zahlenvergleich zeigt die Folgen der digitalen Transformation. 2017 erreichen deutsche Spielbanken etwa 600 Millionen Euro.

Es wird sich zeigen, wie die Spielbanken jetzt auf die zunehmende Digitalisierung reagieren, wenn man es vielleicht sogar schafft, gleichzeitig ein gutes Online Glücksspielangebot zu schaffen, kann sich die positive Entwicklung weiter fortsetzen.

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