Auch im zurückliegenden Jahr hat die deutsche Automatenwirtschaft mit den Folgen der weltweiten Coronapandemie zu kämpfen. Einer aktuellen Wirtschaftsstudie zufolge haben die Unternehmen der deutschen Automatenwirtschaft im Jahr 2021 einen Umsatzeinbruch von 45 % verkraften müssen. Aber wie geht es mit der stationären Glücksspielbranche in Deutschland jetzt weiter?

Vor rund zwei Wochen veröffentlichte der Wirtschaftsforscher Dr. Günther Vieweg eine Studie bzw. Analyse mit dem Titel „Die Deutsche Automatenwirtschaft - Lage 2020 - Entwicklung 2021 - Perspektiven 2022“ auf der Website des IFH Köln (Institut für Handelsforschung). Die Studie ist hier online abrufbar und wurde im Auftrag des Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft e. V. angefertigt. Dem Experten zufolge mussten die Unternehmen der deutschen Automatenwirtschaft im vergangenen Jahr auf knapp die Hälfte ihres Umsatzes verzichten. Erst im vergangenen November berichteten wir darüber, dass jeder dritte Spielautomat in Deutschland im Jahr 2021 abgebaut wurde.

Coronapandemie und strenge Glücksspielregulierungen machen der Branche zu schaffen

Die deutsche Automatenwirtschaft hat aktuell mit vielen Problemen gleichzeitig zu kämpfen. Seit Jahren sinkt unter anderem infolge der strengen Glücksspielregulierungen die Anzahl der Geldspielgeräte. Während im Jahr 2014 noch 269.000 Geldspielgeräte in der Bundesrepublik aufgestellt waren, waren es zuletzt nur noch 210.000 Geldspielgeräte im Jahr 2020.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der weltweiten Coronapandemie haben die Situation der Spielhallen nicht verbessert - im Gegenteil. Die mehrwöchigen und zum Teil wiederkehrenden Lockdowns haben zu erheblichen Einnahmeverlusten bei den landbasierten Spielstätten geführt.

Umsatzeinbruch von rund 45 % im Jahr 2021

Der Analyse des Wirtschaftsforschers Dr. Günther Vieweg zufolge sind die Einnahmen der deutschen Automatenwirtschaft im zurückliegenden Jahr um etwa 45 % zurückgegangen. Während der Umsatz im Jahr 2020 noch etwa 5,1 Milliarden Euro betrug, waren es 2021 gerade einmal noch 2,8 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich stark vom Umsatzrückgang waren vor allem die Spielgeräte in der Gastronomie sowie allgemein die Aufstellungsunternehmen betroffen.

Darüber hinaus berichteten wir bereits im April des vergangenen Jahres, dass teilweise strengere Kontrollen und Maßnahmen zum Spielerschutz geplant sind. Konkret war zum Beispiel im Gespräch, dass die Spielautomaten in Kneipen bald nur noch mit Alterskontrolle und Sperrabgleich freizuschalten sind.

Das Ergebnis des Wirtschaftsforschers in der umfassenden Analyse fällt jedoch dennoch eher allgemein aus:

„Um diese gegenwärtig zu beobachtenden negativen Tendenzen im Glücksspiel- und Gewinnspielmarkt und eine weitere Gefährdung des Jugend- und Spielerschutzes zu stoppen, sind Anpassungen des Glücksspielrechts der Länder zwingend erforderlich.“

Online-Konkurrenz schläft nicht

Erschwerend kommt für die Unternehmen der deutschen Automatenwirtschaft hinzu, dass seit dem 1. Juli 2021 der Online-Glücksspielmarkt in Deutschland legalisiert wurde. Das bedeutet, dass Spielerinnen und Spieler ohne rechtliche Bedenken in lizenzierten Online Spielotheken um echtes Geld spielen können, sofern der Anbieter über eine deutsche Lizenz verfügt. Bei unserem kürzlich veröffentlichten Zukunftsausblick für das Online-Glücksspiel haben wir jedoch darauf hingewiesen, dass bislang noch kein Anbieter eine finale Glücksspiellizenz erhalten hat.  

Fazit

Die deutsche Automatenwirtschaft hat seit Jahren mit großen Problemen zu kämpfen. Die Coronapandemie hat dazu geführt, dass der Umsatzeinbruch noch größer geworden ist. Zuletzt soll der Umsatz im Jahr 2021 um besorgniserregende 45 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sein. Man darf gespannt sein, ob sich die Umsätze der stationären Spielstätten in diesem Jahr wieder halbwegs stabilisieren können. Derzeit ist schließlich nicht mit weiteren Lockdowns zu rechnen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/vectors/finanziell-krise-verlust-geschäft-6806364/

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