In Dänemark soll ab 1. Juli 2019 ein neuer Verhaltenskodex zur Verbesserung des Spielerschutzes in Kraft treten. Es soll den Verbraucherschutz für dänische Spieler stärken und das Risiko von Spielsucht minimieren.

In einer politischen Vereinbarung über neue Maßnahmen gegen Spielsucht hatte sich die Regierung Dänemarks am 29. Juni 2018 verpflichtet, sicherzustellen, dass Betreiber alles zum Schutz vor Spielsucht tun. Der neue Kodex soll Hilfsmittel zur Prävention von Spielsucht festlegen, die über die staatlichen Bestimmungen der Lizenzen hinausgehen.

Die Danish Online Gaming Association (DOGA) hat in Zusammenarbeit mit dem Spielautomatenbetreiberverband Dansk Automat Brancheforening dem Casinobetreiberverband des Landes Dansk Kasinoforening und dem in Aarhus ansässigen Royal Casino den neuen Kodex erstellt. Weiterhin sollen bei der Erstellung ebenfalls die Lotteriebetreiber Danske Lotteri Spil, Klasselotteriet, Landbrugslotteriet und Varelotteriet beteiligt gewesen sein.

Die Danish Online Gaming Association wurde 2011 gegründet. Zu den Zielen des Verbandes gehört die Verbesserung des Jugend- und Spielerschutzes. Der Glücksspielmarkt soll in Dänemark möglichst transparent gestaltet werden. Dafür möchte man mit der Regulierungsbehörde Dänemarks zusammenarbeiten, um den Kodex im Bereich soziale Verantwortung stetig zu verbessern. Ständige Mitglieder des Verbandes sind Bet365, Betfair, Betsson, Danske Licens Spil, Kindred Group (Unibet) und die Stars Group.

Zum 1. Juli 2019 sollen die Regelungen des neuen Kodex in Kraft treten. Die Verhaltensregeln sollen die gesamte dänische Glücksspielbranche unterstützen. Man stellt jedoch fest, dass Dänemark in Sachen Bekämpfung von Spielsucht allen europäischen Ländern voraus ist. Statistiken aus 2016 belegen, dass der Anteil von Spielsüchtigen gemessen an der Gesamtbevölkerung in Dänemark geringer ist als in Norwegen, Finnland oder Großbritannien.

Was hat es mit dem neuen Kodex auf sich?

Laut Ansicht der DOGA soll der neue Kodex lediglich als Richtgröße angesehen werden. Er beschreibt lediglich die neuen Mindeststandards in Dänemark. Ein Betreiber kann jederzeit strengere Kriterien anwenden, wenn er sie für erforderlich hält.

Es ist die Absicht dieses Kodex, den Verbraucherschutz zu stärken und sicherzustellen, dass sich das Glücksspiel nicht von Unterhaltung zur Sucht entwickelt.

Der neue Kodex baut auf dem vorhandenen Spielerschutzmaßnahmen Dänemarks auf. Die dänische Glücksspiel-Situation hatte ich bereits in einem anderen Artikel vorgestellt. Mit dem neuen Kodex gibt es vor allem Neuerungen im Bereich Werbung, die nicht nur TV-Spots, sondern auch den Werbeauftritt im Internet betreffen sollen.

Beschränkung der Fernsehwerbung

Es soll Beschränkungen bei der TV-Werbung geben. Dennoch ist geplant, dass man mit kommerziellen Sendern zusammenarbeitet, damit Grenzen für die Sendung von Glücksspielwerbung festgelegt werden sollen. Es ist auf jeden Fall vorgesehen, dass Werbespots für Glücksspielunternehmen nicht während Programmen gesendet werden sollen, die für Kinder oder Jugendliche gedacht sind. Außerdem sollen in einer Werbepause nicht Glücksspiele und Darlehensangebote gezeigt werden.

Allgemeine Anforderungen an das Werbematerial

Der Inhalt wird ebenfalls gesondert eingeschränkt. Die Werbung soll nicht darauf hindeuten, dass Glücksspiele ein Weg zum Erfolg oder gesellschaftlicher Akzeptanz sind.

Für die Werbung im Internet und den sozialen Medien gilt, dass die Betreiber Daten-Tools verwenden müssen, um sicherzustellen, dass die Anzeigen nicht von Personen unter 18 Jahren gesehen wird.

Die Materialien dürfen ebenfalls nicht andeuten, dass Glücksspiel die Lösung für finanzielle Probleme sein könnten, das Spielen unverzichtbar ist, oder Vorrang vor dem eigentlichen Leben hat. Die Glücksspielwerbung soll nicht verführend sein, sexuellen Erfolg oder eine Attraktivitätssteigerung nahelegen. Ferner soll sie nicht auf kulturelle Überzeugungen für das Glücksspiel eingehen oder beschreiben, dass Glücksspiele Social-Games vorzuziehen seien.

Alle Anzeigen müssen mit Hinweisen zum verantwortungsvollen Spielen verbunden sein. Die möglichen Kunden sollen eindringlich gewarnt werden, ihre Grenzen einzuhalten und sich bewusst zu machen, wie viel sie spielen.

Deshalb müssen auch die Altersgrenzen von +18 für Casinospiele und +16 für Lotteriespiele integriert werden. Aufgrund von Sponsoringbeschränkungen dürfen keinerlei Glücksspiellogos auf Waren erscheinen, die für Kinder und Jugendliche bestimmt sind.

Besondere Einschränkungen für Webseiten und soziale Medien

Betreiber von Webseiten müssen Informationen zum verantwortungsbewussten Spielen bereithalten und im Bereich des Social-Media-Marketings Altersbeschränkungen verwenden, damit Minderjährige zusätzlich vor dem Besuch der Seite geschützt sind.

Online Glücksspielanbieter in Dänemark müssen mit der Neuerung Popup-Fenster verwenden, um die Spieler über ihre Spieldauer und das eingesetzte Geld zu informieren. Das Lesen der Nachricht muss durch den Spieler bestätigt werden.

Von den Glücksspielbetreibern müssen zusätzlich Beschwerdestellen für Verstöße gegen den neuen Kodex eingerichtet werden. Kunden, welche Fehler erkennen, sollen sich sofort an jemanden wenden können.

Regelmäßige Überprüfung der Änderungen

Die DOGA möchte den neuen Kodex bei allen Anbietern mit dänischer Lizenz wenigstens einmal im Jahr überprüfen. Dabei möchte man auch feststellen, ob es zusätzliche Maßnahmen gäbe, die sinnvoll wären.

Derzeit verlangt die dänische Glückspiellizenz vor allem, dass das Marketing der Anbieter nicht irreführend ist. Online Casinos dürfen im Bereich der Boni daher beispielsweise keine verschiedenen Bonusbedingungen festlegen. Es gelten immer die allgemeinen Bonusregeln, die auf Anzeigen über einen Klick erreicht werden müssen.

Durch die neuen Regelungen wird das Bewerben des Glücksspiels noch einmal etwas schwieriger. Derzeit scheint Dänemark einen harten Kurs gegen die europäischen Glücksspielanbieter fahren zu wollen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt dort entwickelt.

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