In den USA hatte Etta May Urquhart 51 Millionen Dollar im Lotto gewonnen. Sie machte einen schrecklichen Fehler bei der Annahme des Geldes, sodass ihr Sohn den ganzen Gewinn erhielt. Er gab einen großen Teil relativ schnell aus – die Familie traf sich vor Gericht wieder.

Der Gewinn von Etta May Urquhart aus Bakersfield im US-Bundesstaat Kalifornien ereignete sich im Mai 2011. Sie las damals die Zeitung und überprüfte die Gewinnzahlen beim Lotto mit ihren getippten Zahlen. Sie sah damals, dass einer ihrer Mega Millions Lottoscheine die Gewinnzahlen enthielt. Sie soll den Schein am 23. April 2011 ausgefüllt haben.

Zusammen mit ihrem Sohn und Ehemann machte sie sich dann auf zur Lottoannahmestelle, wo man bereits auf sie wartete. Was eigentlich als einträchtiger Familiengewinn begann, endete dann doch vor Gericht. Die Mutter verklagte den Sohn, weil er den Gewinn für sich beansprucht hatte.

Ein Fehler der Spielerin bei der Gewinnannahme sorgte für Probleme

2011 war Etta May Urquhart 76 Jahre alt, stolze Mutter eines Sohnes und Hobby-Lotto-Spielerin. Zweimal in der Woche hat sie ihr Glück beim Lotto versucht, wobei sie vor allem Mega Millions und Super Lotto Plus seit 2005 gespielt hat – der Einsatz zahlte sich dann auch nach 18 Jahren Lotto endlich aus. Als sie die Zeitung aufschlug, stellte sie fest, dass sie gewonnen hat. Der Preis betrug damals 51 Millionen Dollar.

Sie ließ ihren Sohn noch einmal die Zahlen prüfen. Danach ist sie mit ihrem Ehemann und dem Sohn zur Tankstelle gefahren, um den Gewinn einzufordern. Dort hatte sie das Lottoticket gekauft. Die Lotteriebeamten warteten bereits, als sie eintraf. Sie müsse nur eine Karte unterzeichnen, es sei alles kein Problem. Die Rentnerin war aber so überwältig von ihrem Glück, dass sie kaum einen Stift halten konnte. Sie beschrieb die Situation folglich so:

Ich war die ganze Zeit über sehr emotional in Stuart's Oak Street Mobile. Mein Körper zitterte unkontrolliert und ich konnte kaum sprechen. Lotteriebeamte baten um die Unterzeichnung des Gewinnscheins, aber ich konnte ihn nicht einmal halten. Mein Sohn Ronnie Orender hat den Schein in meinem Namen unterschrieben.

Ronnie hatte aber wohl unbemerkt seinen Namen auf dem Schein eingetragen und nicht den Namen der Mutter.

Eine kleine List half beim Betrug

Zunächst mussten sich die Drei durch ein Masse von Reportern kämpfen, die versuchten Bilder von der Gewinnerin zu erhalten. Die 76-jährige Frau war vom sofortigen Ruhm überwältig. Ihr Sohn Ronnie erkannte die Probleme sofort. Er war der Meinung, dass die Aufmerksamkeit und der Druck von Familienmitgliedern, unmittelbaren sowie entfernten Freunden und sogar Fremden noch größer werden würde.

Er schlug daher vor, dass sie angeben sollte, dass sie das Ticket für ihn gekauft habe. In der Anklage vor Gericht hieß es damals:

Orender sagte zu Etta May, dass er das Geld zugunsten von Etta May und gemäß den Anordnungen von Etta May handhaben werde. Etta May glaubte, dies würde die Aufmerksamkeit und den Druck lindern und vertraute auf Orenders Urteil und Ratschläge. […]

Am Donnerstag, dem 5. Mai 2011, stellten Lotteriebeamte Orender als Mega Millions-Lotteriesieger mit einem Gewinn von 51 Millionen US-Dollar vor. Die Pauschalzahlung betrug 32.300.000 USD.

Ronnie wurde durch eine Familienabsprache als Gewinner geführt, wollte aber das Geld eigentlich zum Wohle der Eltern einsetzen. Es kam dann aber nicht ganz so, wie man es abgesprochen hatte.

Was ist mit dem Gewinn geschehen?

Ronnie hatte den Gewinn unter anderem auf Konten bei Moneywise, SEI Investment Management und SEIC deponiert beziehungsweise investiert – die Eltern hatten keinen Zugang mehr zum Gewinn oder den Vermögenswerten.

Er habe außerdem in Bakersfield 4 Häuser und wenigstens 10 Autos gekauft. Außerdem habe er mehrere Hunderttausend Dollar in Bar verschenkt. Laut Gericht habe er wenigstens 350.000 Dollar an seine Töchter verschenkt.

Hat die Mutter nichts von ihrem Sohn bekommen?

Immerhin ein Haus, welches ihr aber nicht gehört und einen SUV hatte der Sohn den Eltern zugestanden. Insgesamt war sie damals sehr enttäuscht von seinem Verhalten und erklärte vor Gericht:

Von den insgesamt erhaltenen Lotteriegewinnen habe ich ungefähr 125.000 Dollar in bar erhalten, einen Lincoln SUV, und mir wurde ein Haus zum Wohnen zur Verfügung gestellt, aber ich bin nicht der Eigentümer des Hauses.

Sie hatte mehrere Diskussionen mit ihrem Sohn. Am Ende erklärte sie ihm, dass sie wieder die volle Kontrolle über das Vermögen aus dem Gewinn haben wolle. Er verweigerte die Herausgabe ihres Gewinns aber.

Klage gegen Sohn, Banken und Lottoangestellte

Das Ehepaar hatte daraufhin gegen den Sohn, die Banken und Investmentunternehmen als auch die Lotto-Offiziellen geklagt. Gegen die Lottoangestellten hatte man geklagt, da sie ihnen versicherten, dass es unproblematisch wäre, wenn eine andere Person den Lottoschein unterschreibt.

Sie wollten Schadensersatz im Umfang von 32 Millionen Dollar. Das Geld wurde vom Gericht auch zeitweise eingefroren, ein nervenaufreibender Prozess blieb aber aus. Man einigte sich auf einen Vergleich, die Familie blieb aber insgesamt zerrissen.

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass beim Geld die Freundschaft und leider auch Familie aufhört. Ich hatte den Vorfall zwar bereits schon einmal erwähnt, als es um Jackpot-Gewinner ging, die alles verloren haben, dennoch sind ein paar Details sicher nicht schlecht. Zumal die Geschichte nicht vielen Spielern in Deutschland bekannt ist.

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