Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat im Juni 2019 noch einmal deutlich gemacht, dass man gegen Betreiber vorgeht, die sich nicht an die Lizenzauflagen halten. In diesem Monat gab es vor allem Probleme mit dem Umgehen von Bonusbeschränkungen.

Verschiedene Glücksspielanbieter haben bereits Bekanntschaft mit der schwedischen Glücksspielbehörde in Form von Untersuchungen und Strafen gemacht. Die Aspire Global Limited, Mandalorian Technologies und Betway waren bereits darunter.

Einige Glücksspielanbieter haben keinen Abgleich mit dem Sperrsystem Schwedens vorgenommen, andere Online Casinos haben den Kunden mehr als einen Bonus zum Spielen angeboten. Für die Verstöße hat die schwedische Regulierungsbehörde erste Strafen ausgesprochen.

Genesis Global Limited und AG Communications Ltd. mit neuen Verstößen

Logo der Genesis Global LimitedIn Schweden darf man lediglich Neukunden einmalig einen Bonus zum Spielen anbieten. Mehr Prämien darf es laut der schwedischen Lizenz nicht geben. Der Lizenzgeber möchte nicht, dass Spieler zum Spielen animiert werden können. Es handelt sich folglich um eine Maßnahme zum Spielerschutz.

Die Genesis Global Limited und AG Communications Limited haben gegen diese Lizenzauflagen verstoßen, sie müssen zusammen eine Geldstrafe von rund 2,2 Millionen Kronen (rund 207.000 Euro) zahlen.

Die Genesis Global Limited ist unter anderem Betreiber von Vegas Hero, Sloty, Genesis Casino, Spinit, CasinoCruise und Casino Joy. Weil sie den Spielern Boni offerierten, die es auf den schwedischen Markt nicht geben darf, müssen sie jetzt rund 1,7 Millionen Kronen (160.000 Euro) Strafe zahlen. AG Communications, die beispielsweise Karamba, mr.play und MagicRed betreiben, wurden zu einer Strafe von 500.000 schwedische Kronen (47.000 Euro) verurteilt.

Bereits bekannte Straftäter

Die beiden Unternehmen sind der Regulierungsbehörde Spelinspektionen gut bekannt. Sie hatten Anfang des Jahres keinen Abgleich mit der Selbstausschlussdatenbank des Landes (Spelpaus.se) vorgenommen. In der Folge wurde Genesis im März 2019 zur Zahlung von 430.000 US-Dollar (383.000 Euro) verurteilt, die AG Communications Ltd. hat im Mai eine Strafe über 321.000 US-Dollar (286.000 Euro) erhalten.

Spelpause.se hat mittlerweile mehr als 35.000 eingetragene Spieler, die sich sperren lassen haben. Im Mai habe die Zahl um 2.800 Spieler zugenommen. 40% der selbstausgeschlossenen Spieler sind zwischen 25 und 34 Jahre alt.

Im letzten Monat wurden Betway und die Mandalorian Technologies Limited (No Account Casino und Prank Casino) zusammen zu einer Zahlung von insgesamt 14 Millionen Kronen (1,3 Millionen Euro) verurteilt. Betway musste 5 Millionen schwedische Kronen Strafe zahlen (470.000 Euro) und Mandalorian Technologies Limited 9 Millionen Kronen (845.000 Euro) Es lagen ebenfalls Verstöße gegen die Bonusbedingungen vor.

Global Gaming hat schwedische Glücksspiellizenz verloren

Das Ninja Casino hat die Lizenzen von Schweden und Curaçao verlorenGlobal Gaming 555 hatte mit einer Tochterfirma, der SafeEnt Limited, eine schwedische Glücksspiellizenz erhalten. Die Regulierungsbehörde hat die Lizenz Mitte Juni 2019 zurückgezogen. Grund war, dass man beim Ninja Casino keine wirksamen Spielerschutzkontrollen vorweisen kann. Ferner hat man keine Verfahren zur Geldwäschebekämpfung eingeführt.

Global Gaming hat der Entscheidung der Regulierungsbehörde erst einmal Folge geleistet, wird aber Widerspruch gegen die Aberkennung der Lizenz einlegen. Man stehe im Dialog mit der Aufsichtsbehörde und habe bereits Maßnahmen ergriffen, damit die Richtlinien umgesetzt werden. Von dem Geschäftsführer des Unternehmens Tobias Fagerlund hieß es in einer Stellungnahme:

Die Informationen von [Spelinspektionen] an diesem Morgen waren unerwartet, da das Unternehmen den Eindruck hatte, dass wir die Vorschriften einhalten, die das neue Gesetz für schwedische Glücksspielanbieter festlegt. Dass sie zu dieser Entscheidung gekommen sind, ist seltsam. Wir werden natürlich Berufung einlegen und haben gute Gründe zu glauben, dass wir erfolgreich sein werden. Dass die Lizenz jetzt widerrufen wurde, hat keine rechtlichen Gründe und beinhaltet unverhältnismäßige Maßnahmen, die dem Unternehmen erheblichen Schaden zufügen werden.

Es bleibt hier abzuwarten, wie die Regulierungsbehörde und die Gerichte über diesen Fall entscheiden werden. Erst einmal hat man sich an die Maßnahmen der Regulierungsbehörde gehalten.

In der letzten Woche hat das Ninja Online Casino ebenfalls die Glücksspiellizenz von Curaçao ohne Ankündigung mit sofortiger Wirkung verloren. Als Grund wurden hier ebenfalls Verstöße gegen die Geldwäscherichtlinien genannt. Mehr Details wurden bisher nicht bekannt.

Neue Regelungen im Bereich Geldwäsche geplant

Die schwedische Regulierungsbehörde arbeitet derzeit mit anderen Behörden des Landes zusammen, um eine effektive Strategie zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Bereich Online Glücksspiel zu entwickeln.

Mit insgesamt 15 anderen Institutionen arbeitet man zusammen, um die Vorgaben im Bereich Geldwäsche zu verbessern. Es soll die Verteilung und der Austausch von Informationen verbessert werden. Außerdem soll eine Datenbank entstehen, welche zur Identifizierung, Kartierung und Analyse von Risiken im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten dienen kann. In der Ankündigung der Glücksspielbehörde hieß es unter anderem:

Spelinspektionen werden gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Glücksspielsektor vorgehen. Eine Glücksspielfirma könnte als kriminelles Werkzeug eingesetzt werden. Daher ist es wichtig, bei unserer Lizenzierung herauszufinden, wer die eigentlichen Auftraggeber des Glücksspielunternehmens sind, das eine Konzession besitzt oder beantragt. Ein Glücksspielunternehmen muss auch über gute Kundenkenntnisse verfügen, um dem Einsatz von Glücksspielen zur Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung entgegenzuwirken.

Es sollen noch tiefere Background-Checks bei den Antragsstellern durchgeführt werden. Es soll am Ende die Identität der Person im Hintergrund geprüft werden und nicht nur das jeweilige Unternehmen des Betreibers.

In Zukunft müssen die lizenzierten Unternehmen ebenfalls Know your customer (KYC) Überprüfungen durchführen. Die Herkunft des Geldes zum Spielen wird auch in Schweden in Zukunft eine größere Rolle spielen. Dazu gehört auch, dass die Art der Tätigkeit eines Spielers geprüft werden muss. Die Legitimationsprüfung wird international vor allem von Kreditkarteninstituten und Versicherungen angewendet. Bei neuen Kunden soll sie zur Prävention von Geldwäsche dienen.

In Schweden ist man wohl nicht alleine auf die Idee gekommen, dass die Bekämpfung von Geldwäsche ein großes Thema ist. Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden führte die neuen Richtlinien zur Prävention von Tourismusfinanzierung und Geldwäsche bereits ein. Man hat in Dänemark ebenfalls ein Programm für Hinweise auf Straftaten gestartet. Die örtlichen Beschäftigten der Glücksspielbranche werden belohnt, wenn sie Aktivitäten melden, deren Absichten fragwürdig sind.

Bildquelle: Fotolia 196925589 - Symbol of law and justice with Sweden Flag on laptop. Studio shot.© promesaartstudio

Bewerte den Artikelinhalt