Am 30. April hatte die niederländische Glücksspielkommission Kansspelautoriteit (KSA) in einer Pressemitteilung offiziell vor drei angeblichen Inkassobüros gewarnt, bei denen es sich um Betrüger handelt. Sie sollen mit fiktiven Glücksspielschulden versuchen Geld einzutreiben.

Die Inkassobüros nicht laut niederländischer Glücksspielkommission aggressive Betrüger, die bei der Handelskammer keine Firmeneinträge haben. Sie täuschen den Opfern vor, dass sie nicht beglichene Rechnungen bei Glücksspielanbietern oder Reisebüros haben und fordern zur Begleichung der Rechnungen auf.

Warum schaltet sich die Glücksspielbehörde der Niederlande ein?

Normalerweise kümmern sich die Verbraucherschutzzentralen wie die niederländische Autoriteit Consument & Markt um Warnungen bei Betrugsfällen. Da die Inkassobüros in diesem Fall mit Spielschulden Geld erpressen wollen, hat jetzt die Glücksspielbehörde ebenfalls mit einer Warnung reagiert. Man hatte in diesem Fall mit der Verbraucherschutzzentrale zusammengearbeitet und hofft, die Klientel der Online Casino Besucher besser erreichen zu können.

Die betreffenden Firmen sind „Lootsma & Partners“, „Bailiff Smits & Co“ und „Inter Payment Service“. Man hatte versucht die drei Firmen zurückzuverfolgen. Es wurde schnell klar, dass die drei Unternehmen demselben Netzwerk angehören. Die Firmen sind bei der Handelskammer nicht registriert. Das bildet die Grundlage für ein Inkassounternehmen in den Niederlanden.

Wie haben die Betrüger potenzielle Opfer kontaktiert?

Per Mail und via Telefon sollen die Betrüger mit ihren Opfern in Kontakt getreten sein. Sie sollten umgehend ihre angeblichen Schulden begleichen. In den E-Mails und den Anrufen wurden die Opfer aufgefordert, den Geldbetrag auf ein Konto zu überweisen, was bei der British Trans Asia liege.

Sowohl Verbraucherzentrale als auch Glücksspielbehörde warnten vor der Aggressivität und dem Geschick der Betrugsmasche. Die Rechnung passe meist perfekt zur jeweiligen Person und der Art der Datenbeschaffung. Auffällig sei dabei, dass es nicht nur Glücksspiel, sondern ebenfalls Reisekosten betreffe. Wobei im letzten Fall Opfer ausgewählt wurden, die wirklich viel gereist seien – teilweise sollen selbst die Reiseziele abgeglichen worden sein.

Keine Zahlungen veranlassen

Die Betrüger wissen, dass viele Menschen zunächst sehr schnell aus Angst reagieren. In den Schreiben wird daher mit empfindlichen Geldstrafen oder Gerichtsvollziehern gedroht. Trotz der Drohungen gaben beide Behörden die Empfehlung, keine Rechnung zu begleichen. Dabei spiele es keine Rolle, wie häufig die Inkassobüros nachfragen, oder wie aggressiv die E-Mail beziehungsweise der Anruf klingen sollte.

Falls Unsicherheiten über die Rechtmäßigkeiten eines Mahnschreibens bestehen, sollte man zunächst versuchen, das Inkassobüro zu kontaktieren und sich den konkreten Fall erläutern lassen. Falls dann noch Unklarheiten vorherrschen, kann man auch die Verbraucherzentrale direkt kontaktieren – sie wird dann ihre Einschätzung zur Situation geben und mehr Klarheit in die Angelegenheit bringen.

Komische Idee – Online Casinos mit Inkassobüros

Es gibt immer wieder neue Betrugsmaschen, damit entweder Geld erbeutet, oder Schadsoftware auf dem Computer installiert wird. Etwas komisch ist die Idee, Rechnungen mit Online Glücksspielschulden zu verschicken. Immerhin nutzen die meisten Online Casinos Zahlungsanbieter, welche direkt von den jeweiligen Konten abbuchen, oder bei denen man Prepaid-Codes eingibt. Nur die wenigsten Online Casinos bieten beispielsweise noch die Einzahlung über Lastschrift an. Dort gab es in der Vergangenheit wiederholt Vorfälle, dass Spieler Geld einzahlten, was sie nicht hatten. Das Geld wurde nie auf das Konto des Glücksspielanbieters gebucht.

In der Vergangenheit hatten Spieler die Einzahlungen mit Lastschrift genutzt, um die Casinos zu betrügen. Damals haben die Glücksspielanbieter nicht viel unternehmen können, um ihr Geld zurück zu bekommen. Am Ende wurde das Lastschriftverfahren fast komplett aus den Online Casinos verbannt.

Es ist daher für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie man auf die Idee kommt, dass die Glücksspielanbieter nun nationale Inkassobüros einschalten. In einem solche Falle müssten die Rechnungen von den Zahlungsanbietern oder den Kreditkarteninstituten erstellt werden – wo dann Zahlungen an Glücksspielanbieter eventuell aufgelistet werden.

Zwar ist die Idee der Betrüger sicher nicht schlecht, da Spieler meist viele Transaktionen auf und von dem Konto haben und die Übersicht dabei schnell verloren gehen kann. Dennoch bleibt der Fakt, dass diese Rechnungen meist direkt vom Konto abgebucht werden. Daher ist diese Art des Betrugs schon komisch. Allerdings würden Verbraucherschutzzentralen und die Glücksspielbehörde nicht davor warnen, wenn nicht bereits Schaden oder zumindest Panik entstanden wäre.

Bildquelle: Fotolia 251499061 - Forderungen. Ordner beschriftet mit den Begriffen Inkassobüro und Außenstände liegen neben Diagrammen auf einem Schreibtisch. Büro im Hintergrund.© sharpi1980

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