Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) will das Strafrecht lockern und unter anderem die Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel entkriminalisieren. Schon wenig später wurden von der Suchtbeauftragten der Bundesregierung sowie von mehreren Verbänden erste kritische Stimmen laut. Aber welche Konsequenzen hätte es, den Straftatbestand des unerlaubten Glücksspiels aus dem Strafgesetzbuch zu entfernen?

Es ist erst wenige Tage her, als wir hier bei GambleJoe darüber berichteten, dass Deutsche häufiger Anzeigen wegen illegalem Glücksspiel bekommen. Ist damit bald Schluss? Wenn es nach dem Willen des Bundesjustizministers Marco Buschmann geht, dann ja. Der FDP-Politiker hat nämlich kürzlich unter anderem vorgeschlagen, unerlaubtes Glücksspiel zu entkriminalisieren. Dazu soll der entsprechende Straftatbestand aus dem Strafgesetzbuch entfernt werden.

Beteiligung am illegalen Glücksspiel bald nur noch eine Ordnungswidrigkeit?

Der Bundesjustizminister Buschmann hat vorgeschlagen, illegales Glücksspiel zu entkriminalisieren und zu einer Ordnungswidrigkeit herabzustufen. Dieser Schritt würde allerdings die Ordnungsbehörden belasten, die sich wiederum mit der Verfolgung der Verstöße beschäftigten und Bußgelder verhängen müssten. Gegen die Bußgelder könnten die Betroffenen dann vorgehen, sodass viele Fälle dann von den Gerichten bearbeitet werden würden.

Konkret will Buschmann unter anderem den Straftatbestand des §285 aus dem Strafgesetzbuch streichen. Darin heißt es aktuell noch:

„Wer sich an einem öffentlichen Glücksspiel (§284 StGB) beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafen bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft“.

Sollte das illegale Glücksspiel tatsächlich zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden, dann könnten die Ordnungsbehörden lediglich Bußgelder verhängen und es könnte keine Freiheitsstrafe mehr verhängt werden. Darüber hinaus könnte ein Verstoß zukünftig nicht mehr ins polizeiliche Führungszeugnis eingetragen werden, da hier lediglich Straftaten erfasst werden.

Wenn es nach dem Willen des FDP-Ministers geht, soll nicht nur illegales Glücksspiel aus dem Strafgesetzbuch entfernt werden. Auch das „Schwarzfahren“, das richtigerweise den Tatbestand des Erschleichens von Leistungen erfüllt und in §265a StGB geregelt ist, soll demzufolge zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden.

Richterbund und Deutsche Automatenwirtschaft kritisieren Pläne

Mittlerweile haben sich bereits der Deutsche Richterbund (DRB) und die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) zu Wort gemeldet und die Pläne des Bundesjustizministers kritisiert.

Bundesgeschäftsführer des DRB, Sven Rebehn, fasste den Vorschlag wie folgt zusammen:

„Das wäre kriminalpolitisch verfehlt“.

Darüber hinaus wies Rebehn darauf hin, dass insbesondere im illegalen Glücksspiel häufig auch organisierte Kriminalität vertreten sei. Diese müsse mit den Werkzeugen des Strafrechts effektiv bekämpft werden.

Ähnlich kritische Worte kommen in diesen Tagen auch von der Deutschen Automatenwirtschaft, kurz DAW. Hier weist man insbesondere auf den stark wachsenden Schwarzmarkt in Deutschland hin. Aktuell muss laut DAW davon ausgegangen werden, dass im stationären Betrieb jedes dritte Geldspielgerät illegal ist.

Und was sagt die deutsche Glücksspielbehörde?

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) befürwortet Buschmanns Pläne ebenfalls nicht. Laut GGL müsse der Staat jedes rechtsstaatliche Mittel voll ausschöpfen und hierfür auf das Strafrecht zurückgreifen können.

Auch der Suchtbeauftragte der Bundesregierung Burkhard Blienert (SPD) findet für die Pläne seines Kollegen Buschmann klare Worte. Demnach könnte diese Maßnahme „zu einem Kontrollverlust“ führen.

Buschmann hat bislang noch keine öffentliche Stellungnahme zu den kritischen Meinungen veröffentlicht.

Fazit

Für die Spielerinnen und Spieler, die in Online Casinos ohne deutsche Lizenz spielen, wäre es mit Sicherheit wünschenswert, unerlaubtes Glücksspiel zu entkriminalisieren und zu einer Ordnungswidrigkeit herabzustufen. Zeitgleich würde aber vermutlich auch die organisierte Kriminalität unterstützt werden, da zahlreiche illegale Glücksspielangebote den organisierten Kriminalitätsstrukturen zuzuordnen sind. Unter Strafe gestellt bleiben würde die Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel in Zukunft dabei trotzdem. Statt einer Geld- oder Freiheitsstrafe müssten die Betroffenen dann eben „nur“ noch ein Bußgeld zahlen. Die Deutsche Automatenwirtschaft, der Deutsche Richterbund, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder und die Suchtbeauftragte der Bundesregierung haben sich bereits klar gegen die Pläne des Bundesjustizministers ausgesprochen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/legal-illegal-wählen-auswahl-1143114/

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24 Kommentare zu: Justizminister will unerlaubtes Glücksspiel entkriminalisieren

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Was ...wie ...ach ja .....Gauselmann MONOPOL.....
"....würde aber vermutlich auch die organisierte Kriminalität unterstützt werden"

Wird sie doch auch so mit den Lizenz Buden a la Gauselmann und Co. 🤷‍♀️
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Solche Argumente kommen immer wenn man nix besserer hat aber die Leute von seinem Schwachsinn überzeugen will. Man kann mit allem theoretisch die organisierte Kriminalität unterstützen sogar mit dieser tollen Legalisierung wo bald...   Mehr anzeigen
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Fragt sich welche Methoden krimineller sind. Die des d. Staates, der alles unterdrücken will, was ihm nicht passt, oder die, einer internationalen Firma, die Glücksspiel für Unterhaltungszwecke anbietet.
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@Max_Bet: Wichtig hinzuzufügen wäre aus meiner Sicht aber, dass die internationalen Firmen (ohne Lizenz) das Glücksspiel hierzulande nicht für Unterhaltungszwecke anbieten. In erster Linie geht es denen um einen (steuerfreien und maximalen...   Mehr anzeigen
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"Auch der Suchtbeauftragte der Bundesregierung Burkhard Blienert (SPD) findet für die Pläne seines Kollegen Buschmann klare Worte. Demnach könnte diese Maßnahme „zu einem...   Mehr anzeigen
Ich würde mich nicht zu früh freuen. Am Ende wird es darauf hinauslaufen das man viel einfacher und schneller Bußgelder an die Zocker verhängen kann. Ich glaube sowieso nicht das jemand eine Freiheitsstrafe bekommen hätte, auch...   Mehr anzeigen
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Der liebe Paul hat doch sicher nichts dagegen wenn die Spieler bestraft werden dann werden sie künftig nur noch 100 % legale Angebote nutzen was der lachenden Sonne sehr gute Zahlen bringt
@gamble1: Ja genau deshalb. Ein Bußgeld für eine Ordnungswidrigkeit lässt sich wohl viel einfacher und schneller ausstellen als bei einer Straftat. So ein Bußgeld kann auch gerne mal z.B. 50000 Eur betragen.
@mtorero: Wenn man bedenkt, dass eigentlich alle Anzeigen bislang immer fallen gelassen wurden, ist das vielleicht tatsächlich keine bessere alternative😄
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@Stromberg: Immer mehr Leute sollen doch gegen Auflage 300-400 € bezahlen
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@gamble1: Ah okay, das hab ich nicht mitbekommen, nur einen einzigen Fall hier der sich wieder gelöscht hat.
@Stromberg: @Stromberg: Ich habe seit letzte Woche etwas Ärger, denn ich werde des illegalen Glückspieles bezichtigt. Bin auch schon zum Verhör vorgeladen worden.
@Roadrunner2201: Es sollte allerdings beachtet werden, dass natürlich auch gegen ein Bußgeldbescheid ein Widerspruch zulässig ist. Und der landet dann ebenfalls vor einem Gericht, wo sich also die Justiz damit beschäftigen muss. Wenn man bedenkt,...   Mehr anzeigen
@Christian_1994: @Christian_1994 :
Habe heute Post von der Staatsanwaltschaft bekommen, dass das Verfahren wegen illegalem Glücksspiel eingestellt wurde
@Roadrunner2201: Das freut mich für dich. Herzlichen Glückwunsch Da fällt einem bestimmt ein Stein vom Herzen!
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Richtig witzig wie doch alle die an den DE Lizenzen kräftig verdienen gegen diesen Vorschlag sind Man muss ja auch wirklich unsere Justiz mit so einer harten Straftat belasten nicht auszudenken was passiert wenn die illegalen...   Mehr anzeigen
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Leider war das Thema mit der Gesetzesänderung im Bezug auf schwarzfahrer auch schon vor 3-4 Jahren zur Sprache gekommen aber wurde nie durchgesetzt 🤷‍♀️
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Warum die deutsche Automatenwirtschaft diesen Vorschlag ablehnt ist ja klar. Wenn das Gesetz entschärft wird, dann würden die deutsch lizenzierten Casinos weniger Einnahmen generieren. Letztendlich dreht sich ja alles nur ums...   Mehr anzeigen
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Es geht immer ums Geld, klar. ABER ich persönlich glaube nicht, dass mit einer Umwandlung in eine Ordnungswidrigkeit jede deutsche Online Spielothek direkt weniger Geld verdienen würde. Den Spielern "droht" dann schließlich immer...   Mehr anzeigen
Hallooooo? Freut euch doch mal!!
Wer hat denn jetz Angst davor ? 😂 In dem deutschen Schmutz kannst du eh nicht zocken kannst Geld wegwerfen eher .. und spielen geht eh nicht kommt ja der Oasis Manager 😂 und Oasis ist ne Scheinfirma kriegst von den keine Antworten...   Mehr anzeigen
Wenn das so kommt und unter den Spielern bekannt wird, dann kann man das deutsche Glücksspielgesetz in die Tonne kloppen.
Die deutschen Casinos gleich dazu.

Da hat dann niemand mehr Angst in illegalen Casinos zu spielen.
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Das würde ich so direkt nicht sagen. Theoretisch könnten die Ordnungsbehörden dann nämlich sehr empfindliche Bußgelder von mehreren hundert oder gar tausend Euro erlassen. Klar, die Spieler können dann mit Widersprüchen versuchen,...   Mehr anzeigen

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