Bereits vor etwa zehn Jahren hat Dänemark den Online-Glücksspielmarkt liberalisiert. Seither nutzen mehr Dänen die zur Verfügung stehenden Glücksspielangebote. Jedoch soll die Kanalisierung inzwischen bei über 90 % liegen. Das bedeutet, dass ein Großteil der Spielerinnen und Spieler ausschließlich auf legale Online-Glücksspielangebote zurückgreift. Aber wie ist die große Beliebtheit der legalen Glücksspielanbieter in Dänemark zu erklären?

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden eine interessante Pressemitteilung. Hierin ging es nicht nur um die Kanalisierung seit der Liberalisierung des Online-Glücksspielmarktes, sondern auch um die Entwicklung der Umsätze in den Online Casinos. Bereits im Jahr 2012 hat man sich in Dänemark nämlich dazu entschieden, den Online-Glücksspielmarkt zu liberalisieren. In Deutschland folgte dieser Schritt bundesweit erst mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) am 1. Juli vergangenen Jahres.

Kanalisierung in Dänemark bei beeindruckenden 90 %

Besonders interessant an der Pressemitteilung der dänischen Glücksspielbehörde ist der Umstand, dass ein Großteil der dänischen Bevölkerung heutzutage legale Online-Glücksspielangebote nutzt. Demnach soll die Kanalisierung hier im Jahr 2021 bei 90 % liegen. Das bedeutet, dass neun von zehn Spielerinnen und Spielern in einem Online Casino oder bei einem Online-Wettanbieter mit dänischer Lizenz aktiv sind. Hierzulande dürfte die Kanalisierung deutlich niedriger sein. Insbesondere die strengen Maßnahmen zum Spielerschutz wie zum Beispiel die 5 Sekunden-Mindestspieldauer, das Autospin-Verbot sowie der maximal erlaubte Rundeneinsatz von einem Euro in lizenzierten Casinos sorgen dafür, dass immer noch viele Spieler auf illegale Angebote ausweichen.

Bereits im März vergangenen Jahres berichteten wir auch über die abnehmende Kanalisierung in Schweden und darüber, ob das ein Warnsignal für Deutschland sein könnte.

Glücksspielausgaben der Dänen seit Liberalisierung verdoppelt

Interessant ist zunächst die Tatsache, dass sich die Glücksspielausgaben der dänischen Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren seit der Marktliberalisierung mehr als verdoppelt haben. Während die nationalen Ausgaben für das Online-Glücksspiel im Jahr 2012 nämlich noch etwa 1,6 Milliarden DDK, also rund 215 Millionen Euro betrugen, waren es zehn Jahre später mit rund 3,3 Milliarden DDK bzw. 434 Millionen Euro erheblich mehr. Das jedenfalls teilten die dänischen Glücksspielwächter in ihrer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung mit.

Der Erfolg des legalen Online-Glücksspielmarktes lässt sich insbesondere durch die Attraktivität eben dieser Angebote erklären. Darüber hinaus scheint die zuständige Glücksspielbehörde deutlich unbürokratischer und schneller bei der Lizenzvergabe vorzugehen. Allein im zurückliegenden Jahr 2021 hat die Behörde Spillemyndigheden 57 neue Lizenzen vergeben. Damit wurde die Politik dem Wunsch der dänischen Spieler gerecht, eine große Auswahl an legalen Glücksspielangeboten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Erst vor wenigen Tagen haben wir uns gefragt, warum in Deutschland gerade so viele neue Online Spielotheken mit deutscher Lizenz eröffnen.

Die dänische Glücksspielbehörde greift unter anderem auch auf IP-Blocking zurück, um illegale Glücksspielangebote zu sperren. Erst vor wenigen Wochen hat ein dänisches Gericht bestätigt, dass die Sperrung von über 80 illegalen Online Casinos in Dänemark erlaubt ist. Auch hierzulande könnte die Glücksspielbehörde schon bald mit dem IP-Blocking beginnen.

Fazit

Dänemark kann stolz auf den hohen Grad der Kanalisierung im Online-Glücksspiel sein. Demnach nutzen etwa 90 % der dänischen Spielerinnen und Spieler Angebote mit dänischer Glücksspiellizenz. In den meisten anderen Ländern - insbesondere in Deutschland - dürfte die Kanalisierung deutlich geringer ausfallen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/copenhagen-dänemark-kanal-boot-142711/

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