Wie „Business Insider” vor kurzer Zeit berichtete, soll die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder inzwischen als Lobbyistin für das staatliche Glücksspiel tätig sein. Genauer gesagt soll der Deutsche Lotto- und Tottoblock (DLTB) die Ex-Politikerin angeheuert haben, damit sie sich mit ihren Kontakten für das staatliche Glücksspiel einsetzt.

In ihrer politischen Karriere hatte Kristina Schröder zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Berührungspunkte mit dem Thema Glücksspiel. Doch nach Beendigung ihrer politischen Laufbahn hat ihr Engagement für das staatliche Glücksspiel plötzlich zugenommen. Als Lobbyistin soll sich Schröder nämlich nun für die Interessen des Deutschen Lotto- und Tottoblocks (DLTB) einsetzen. Das zumindest berichtet „Business Insider“.

Beratertätigkeit bestätigt

Die ehemalige Familienministerin hat inzwischen eine eigene Beraterfirma namens „Kristina Schröder Consulting GmbH“ gegründet. Ihr Beraterunternehmen soll sich nun für die Interessen des staatlichen Glücksspiels starkmachen. Wie „Business Insider“ berichtet, soll Schröder ihre politischen Kontakte genutzt haben, um die Entscheidungsträger im Vorfeld des neuen Glücksspielstaatsvertrags auf die „Lotto-Formel“ einzuschwören. Und das, obwohl Schröder im Laufe ihrer politischen Karriere mit der Thematik Glücksspiel nie etwas zu tun gehabt hat.

Der DLTB hat auf Anfrage von „Business Insider“ eine Zusammenarbeit mit der „Kristina Schröder Consulting GmbH“ eingeräumt. Vertragspartner sei demnach die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH. Zu weiteren Details wollte sich der DLTB-Sprecher jedoch nicht äußern.

Schröder soll sich jedoch laut „Business Insider“ für die Interessen des staatlichen Glücksspiels starkgemacht haben. Demnach habe sie etliche Landespolitiker kontaktiert, um diese davon zu überzeugen, dass nur das staatliche Glücksspiel den Spielbetrieb in verantwortungsvolle und geordnete Bahnen lenken kann.

Kristina Schröder ist eine ehemalige CDU-Politikerin, die 1977 in Wiesbaden geboren wurde. Sie saß von 2002 bis 2017 als Abgeordnete im Deutschen Bundestag und war zwischen 2009 und 2013 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 2010 ist sie mit Ole Schröder, dem ehemaligen parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, verheiratet.

Staatliche Lottogesellschaften setzen auf Ex-Politiker

In der Vergangenheit konnte der DLTB bereits in mehreren Fällen ehemalige Politiker für die Durchsetzung seiner Interessen gewinnen. Dazu gehört unter anderem der frühere Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, sowie der ehemalige Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, Ole Schröder (beide CDU). Darüber hinaus trat in der Vergangenheit auch der Ex-Leiter der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz, Martin Stadelmaier (SPD), als Lobbyist für das staatliche Glücksspiel auf.

Dabei traten jeweils in mehreren Bundesländern ehemalige einflussreiche Politiker plötzlich in einer gut bezahlten Position im staatlichen Glücksspiel auf. Der Vorwurf: Den Ex-Politikern werden die Positionen als „Glücksspiel-Lobbyisten“ zugeteilt, damit diese möglichst bequem hohe Honorare einstreichen können.

Bundestagsvizepräsident Kubicki (FDP) kritisiert Lobbyarbeit

Der amtierende Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) sieht in der Kooperation zwischen der Ex-Familienministerin und den staatlichen Lottogesellschaften keinen Sinn. Stattdessen diene die Zusammenarbeit seiner Meinung nach nur dazu, ehemalige Politiker mit gut bezahlten Posten im Lotto-Block zu versorgen. Darüber hinaus wünsche er sich, dass die Lotto-Chefs sich direkt an die Politik wenden, wenn sie Gesprächsbedarf sehen:

„Wenn der Chef einer Landeslottogesellschaft etwas auf dem Herzen hat, kann er direkt im Finanzministerium des Landes oder bei den Fachpolitikern anrufen, dafür braucht es keine weiteren Interessenvertreter“.

Fazit

Da die Ex-Familienministerin und ehemalige Abgeordnete des Deutschen Bundestages ihre politischen Ämter inzwischen niedergelegt hat, ist gegen ihre Lobbyarbeit grundsätzlich nichts einzuwenden. Dass sie nun mit ihrer Beraterfirma „Kristina Schröder Consulting GmbH“ vermutlich hohe Honorare einstreicht, damit sie sich für die Interessen des staatlichen Glücksspiels einsetzt, kommt trotzdem nicht überall gut an. So sieht Bundestagsvizepräsident Kubicki (FDP) im Engagement von Schröder keinen Sinn, da die Lotto-Chefs sich seiner Meinung nach selbst für ihre Interessen starkmachen könnten. Schröder ist jedoch nicht die einzige Ex-Politikerin, die nach ihrer politischen Karriere ihr Glück in der Lobbyarbeit gesucht hat und nun mit dem Lottospiel Geld verdient.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/bundestag-regierung-reichstag-732071/

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