Die Karibikinsel Curacao äußert bereits seit über zwei Jahren das Vorhaben, ihre Glücksspielgesetzgebung ändern zu wollen. Passiert ist seither relativ wenig. Wie nun bekannt wurde, wird sich die Neuordnung des Glücksspiels auch noch weiter verzögern. Aber warum will Curacao überhaupt seine vergleichsweise laxen Glücksspielgesetze ändern? Ohne Druck von außen wäre das nämlich wahrscheinlich überhaupt nicht passiert.

Erstmals berichteten wir bereits im November 2020 über die geplante Glücksspielreform in Curacao. Zum Hintergrund: Die Karibikinsel ist ein politisch eigenständiges Land innerhalb der Niederlande. Während der Coronakrise haben die Niederlande im sogenannten „Landspakket Curacao“ finanzielle Hilfen für Curacao zugesagt. Diese Hilfen waren allerdings an Bedingungen geknüpft. Unter anderem haben die Niederlande von Curacao dafür eine Neuordnung des Glücksspielwesens gefordert. Die laxen Glücksspielvorschriften auf der Karibikinsel waren der Niederlande nämlich schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Wie nun bekannt wurde, soll sich die Neuordnung des Glücksspielwesens jedoch weiter verzögern.

Glücksspielwesen in Curacao: Anpassung auf EU-Standards gefordert

Die Niederlande fordern von Curacao, dass sich die neuen Glücksspielvorschriften mehr an EU-Standards orientieren sollen. So gehe es beispielsweise darum, dass die Lizenzinhaber stärker kontrolliert werden. Darüber hinaus sollen die Preise für die Erteilung einer Glücksspiellizenz in Zukunft erhöht werden.  

Eine wichtige Forderung ist zudem, dass die Online Casinos mit Lizenz aus Curacao in Zukunft keine Kunden in den EU-Märkten gezielt mehr ansprechen dürfen. Bislang waren die Spieler aus dem EU-Raum für die Online Casinos mit Curacao-Lizenz ein wichtiger Umsatzbringer.

Verzögerung auf unbestimmte Zeit

Erst vor wenigen Monaten hat die niederländische Regierung angegeben, dass bereits im Februar dieses Jahres ein erster Gesetzesentwurf vorliegen könnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt haben die Verantwortlichen jedoch darauf hingewiesen, dass es gegebenenfalls zu Verzögerungen im Zeitplan kommen könnte. Genau dieser Fall ist nun eingetreten.

Das bedeutet, dass vermutlich im ersten Quartal dieses Jahres nicht einmal der erste Entwurf zu den geplanten Gesetzesänderungen vorliegen wird. In der entsprechenden „Umsetzungsagenda Länderpaket Curacao“ heißt es nüchtern:

„Ein Datum, an dem diese Entwürfe freigegeben werden können, muss aus dem aktualisierten Zeitplan des Finanzministeriums hervorgehen.“

Glücksspielsektor für Curacao wichtige Einnahmequelle

Es ist kein Geheimnis, dass das Glücksspielwesen seit mehreren Jahren eine attraktive Einnahmequelle für die kleine Karibikinsel darstellt. Viele Online Casinos, insbesondere aus dem deutschsprachigen Bereich, warben in der Vergangenheit mit einer solchen „Curacao-Lizenz“. Dementsprechend flossen vermutlich Gelder in nicht unerheblicher Höhe in die Kassen von Curacao. Und das, obwohl die Karibikinsel aktuell gerade einmal 150.000 Einwohner zählt.

Von der bayrischen Hauptstadt München bis nach Curacao sind es rund 8.300 Kilometer. Die Insel ist lediglich 444 Quadratkilometer groß und Wilhelmstad ist die Hauptstadt der Karibikinsel. Zwar ist Curacao Teil des Königreichs der Niederlande, allerdings gehört die Karibikinsel offiziell weder zum Schengen-Gebiet noch zur Europäischen Union.

Fazit

Die Anpassung der Glücksspielgesetze auf der Karibikinsel Curacao wird sich aller Voraussicht nach noch einige Zeit verzögern. Bislang steht nämlich noch nicht einmal ein Termin fest, an dem ein erster Entwurf zur Gesetzesanpassung veröffentlicht werden soll. Es ist natürlich damit zu rechnen, dass die Regierung in Curacao kein wirkliches Interesse daran haben wird, die Glücksspielgesetze anzupassen. Dementsprechend müssten die Niederlande den Druck erhöhen, um Curacao dazu zu bringen, ihre Glücksspielvorschriften mehr an EU-Standards anzupassen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/Curacao-willemstad-bunt-häuser-398891/

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