Nicht nur für die Online-Glücksspielbranche werden die Bedingungen hierzulande immer schlechter. Auch die stationäre Glücksspielbranche hat zunehmend mit den strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben zu kämpfen. In Bremen beispielsweise gelten seit wenigen Tagen neue Abstandsregeln für Wettbüros und Spielhallen. Das Wettbüro-Sterben in der Stadt wird also voraussichtlich weitergehen.

Es ist erst wenige Tage her, als wir auf GambleJoe über ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin berichteten. Hierbei ging es darum, dass Mindestabstände von 500 Metern zwischen Wettannahmestellen und Spielhallen rechtmäßig sind. Am 1. Juli sind auch in der Hansestadt Bremen neue Regeln für Spielhallen und Wettbüros in Kraft getreten. Die entsprechenden Lokale müssen ab sofort einen Mindestabstand von 500 Metern untereinander sowie einen Abstand in gleicher Höhe zu Schulen einhalten. Das Problem: Viele Betreiber haben bis heute noch keine offiziellen Bescheide der Stadt bekommen, sodass sie noch nicht wissen, ob sie ihre Wettbüros und Spielhallen schließen müssen oder nicht.

Gibt es in Bremen bald keine Wettbüros und Spielhallen mehr?

Seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) sind die Bedingungen nicht nur für die Online-Glückspielbranche schlechter geworden. Auch die stationären Glücksspiel-Einrichtungen haben mit den strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben zu kämpfen. So gilt in Bremen seit knapp einem Monat ein neuer Mindestabstand von 500 Metern.

Dieser Abstand muss jedoch nicht nur zwischen zwei einzelnen Wettbüros gewährleistet sein. Nein, auch zwischen einer Spielhalle und einem Wettbüro muss der Mindestabstand eingehalten werden. Darüber hinaus gilt ein identischer Abstand zwischen einer Spielhalle oder einem Wettbüro und einer Schule.

Wenn man berücksichtigt, dass das Stadtgebiet von Bremen lediglich 38 Kilometer lang und 16 Kilometer breit ist, dann muss man kein Mathegenie sein, um festzustellen, dass zukünftig nur noch sehr wenige Glücksspiel-Einrichtungen in der Stadt zulässig sind. Vor allem dann, wenn zusätzlich berücksichtigt wird, dass es in Bremen und Bremerhaven aktuell noch 162 allgemeinbildende Schulen sowie 23 berufsbildende Schulen gibt (Quelle: bildung.bremen.de, Stand: 2015).

Wenn zwischen jeder dieser Bildungseinrichtungen und einem Wettshop bzw. einer Spielhalle der Mindestabstand auch noch gewährleistet werden muss, dann dürfte das Wettbüro-Sterben in den kommenden Monaten sehr schnell fortschreiten.

Seit Juli 2023 gelten weitere strenge Regeln zum Spielerschutz in Bremen

Neben dem umstrittenen Mindestabstand gilt seit 1. Juli 2023 zudem ein neues Mindestalter. Besucherinnen und Besucher müssen nun mindestens 21 Jahre alt sein, um die Wettbüros oder Spielhallen in der Hansestadt betreten zu dürfen. Darüber hinaus dürfen die Betreiber ab sofort in Spielhallen keine Speisen oder Getränke mehr anbieten. Im Juli vergangenen Jahres berichteten wir übrigens von einem Überfall in Bremen, bei dem ein Spielhallen-Mitarbeiter angeschossen wurde.

Betreiber sind verärgert über fehlende Kommunikation

Bis heute haben viele Betreiber von Wettbüros und Spielhallen noch immer keine offiziellen Bescheide erhalten, aus denen hervorgeht, ob sie ihren Laden weiterführen dürfen oder schließen müssen. Aus diesem Grund herrscht in vielen Glücksspiel-Einrichtungen in der Hansestadt Bremen schon seit längerer Zeit Krisenstimmung. Ebenso werden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unklaren darüber gelassen, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten können oder nicht.

Zum derzeitigen Zeitpunkt sieht es so aus, als wenn von den ehemals 120 Bremer Spielhallen zukünftig nur noch etwa 30 übrig bleiben werden. Wenn dieser Fall so eintreten würde, würden bis zu 700 Arbeitsplätze im Stadtgebiet verloren gehen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/bremen-marktplatz-blaue-stunde-6557996/

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3 Kommentare zu: Wettbüro-Sterben in Bremen: Gibt es bald keine Wettlokale mehr?

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Sind erst wie Pilze aus dem Boden geschossen und jetzt mit den Regulierungen gehen die nach und nach wieder Kaputt,dazu kommt auch das ja Online inzwischen alles machen kannst und nicht das Haus verlassen musst
Wobei es aktuell eine interessante Entwicklung ist, da sowohl online als auch offline ein "Rückwärts"-Trend zu erkennen ist. Jedenfalls ist die Kritik nicht nur offline, sondern auch online vorhanden. Mal abwarten!
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