Das Casino Monte-Carlo ist von Prestige und der Atmosphäre eine der berühmtesten und einzigartigsten Spielbanken in ganz Europa. Im Folgenden möchte ich die Spielbank kurz vorstellen und ein paar Hintergrundinfos zu dem wichtigsten und bekanntesten aller europäischen Casinos geben.

Das Fürstentum Monaco ist ein Stadtstaat, der nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt ist. Er liegt an der französischen Côte d’Azur in der Nähe zu Italien. Mittlerweile beträgt das Staatsgebiet rund 2,027 Quadratkilometer, wobei man seit 1970 immer wieder versucht, Neuland aus dem Meer zu gewinnen. Verwaltungstechnisch ist Monaco mittlerweile in 9 Bezirke unterteilt, wobei der Stadtbezirk Monte-Carlo immer noch am größten und bekanntesten ist.

Eine der berühmtesten Spielbanken befindet sich in Monte-Carlo. Ferner gastiert die Formel 1 dort und die Rally Monte-Carlo endet in dem Stadtbezirk. Im Bereich Tennis werden die ATP Masters ausgetragen und die European Poker Toure macht seit 2005 im Monte Carlo Bay Hotel halt.

In antiker Zeit besiedelten zunächst die Phönizier und später im 1. Jahrhundert v. Chr. die Griechen das Gebiet. Sie errichteten auf dem Boden einen Herkules Tempeln, der später den Beinamen „Monoikos“ (einzelnes Haus) bekam. Unter römischer Zeit wurde ein Hafen unter dem Namen Herculis Monoeci Portus bekannt. Später wurde daraus die verkürzte Version Monaco. Der 10. Juni 1215 gilt als Gründungsdatum der Stadt, damals wurde der Grundstein für eine Grenzfestung der Republik Genua gelegt. Als Gründer gilt Fulco del Casello. Die Festung entstand dort, wo heute der fürstliche Palast steht.

Mythos Spielbank Monte-Carlo

Monaco hat 4 bekannte Spielbanken: Das Sun Casino, das Monte Carlo Bay Casino, das Casino Café de Paris und die Spielbank Monte-Carlo. Betreiber aller Casinos ist die Société des Bains de Mer et du Cercle des Étrangers à Monaco (SBM). Das Casino Monte-Carlo gilt als bekannteste Spielbank der Welt. Im Bereich Prestige und der Legendenbildung wird die Spielbank durch nichts übertroffen. François Blanc bemerkte einmal zu dem Casino:

Nichts lässt sich hier so machen wie anderswo.

Ein paar Details zum Casino Gebäude

Das Monte-Carlo Casino Das heutige Gebäude des Monte Carlo Casinos wurde von dem Architekten Charles Garnier im Stil der Belle Epoque geplant. Er hatte bereits die Pariser Oper geschaffen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich am Casinos Fresken im Stil vom Maler François Boucher, Kunstreliefs, Skulpturen und Karyatiden (weibliche Figuren, die als Gebälkträger eingesetzt wurden) sowie ein Atrium aus Marmor und Gold finden. Das Gebäude wurde 1963 fertiggestellt.

Im Innern erstrahlen heute Kronleuchter aus böhmischen Kristallglas. Neben dem Glücksspielbetrieb gibt es Bars und auch Loungen, sodass es nicht nur um das kleine oder große Spiel geht. Ambiente und Stil sind besonders wichtig, wobei man sich vor allem am High Roller und VIPs richtet.   

Welche Casinospiele bietet das Monte Carlo Casino?

Zum Spielen gibt es im Monte Carlo Casino verschiedene Säle, wobei die verschiedenen die meisten täglich ab 14 Uhr öffnen:

Saal Spiele Öffnungszeiten
Salon Europe Französisches & Englisches Roulette, Trente et Quarante, Punto Banco, Black Jack, Texas Poker Hold’em Ultimate Ab 14 Uhr
Salle Blanche Französisches & Englisches Roulette, Punto Banco, Black Jack Ab 14 Uhr
Terrasse Salle Blanche Europäisches Roulette, Blackjack, Punto Banco Ab 14 Uhr im Sommer bei mildem Wetter, im Winter komplett geschlossen
Salons Privés : Salle Médecin und Salles Touzet Französisches & Englisches Roulette, Trente et Quarante, Punto Banco, Black Jack, Texas Poker Hold’em Ultimate, Spielautomaten Ab 14 Uhr
Les Supers Privés Nach Absprache Auf Anfrage
Salle des Amériques diverse Spielautomaten Ab 14 Uhr
Salle Renaissance diverse Spielautomaten Ab 14 Uhr

Ein echtes Highlight ist die Terrasse Salle Blanche, wo man an verschiedenen Tischspielen auf einer Veranda mit Meerblick teilnehmen kann. Die Terrasse ist zwar im Winter geschlossen, aber in der Spielbank Monte Carlo handelt es sich wohl um das einzige Casino, bei dem man außerhalb der Casinoräumlichkeiten spielen kann.

Craps gibt es in Monaco ebenfalls, aber man kann es lediglich im Sun Casino spielen, Liebhaber des Würfelspiels müssen folglich zu dem anderen Standort der SBM.

Öffnungszeiten, Eintritt, & Dresscode: Wie gelangt man ins Casino Monte-Carlo?

Für die Spielbank Monte-Carlo muss man zunächst einmal 10€ Eintritt zahlen. Der Eintritt ist erst ab 18 Jahren möglich, es herrscht Ausweispflicht. Für die normalen Räume muss man korrekt gekleidet sein (Hemd, Bluse, Stoffhose).

In den privaten Salons werden Blazer und Anzugsjacke empfohlen. Ab 20 Uhr sind keine Sportschuhe mehr gestattet. Militäruniformen oder religiöse Bekleidungen sind komplett tabu.

Wer lediglich einen Blick auf die Räumlichkeiten werfen möchte, kann zwischen 9 und 13 Uhr die Spielbank besuchen. Zwar kann man nicht spielen, aber immerhin das imposante Bauwerk von innen betrachten. Bei den Besuchen sind auch Touristen in T-Shirt, Bermudas und Sportschuhen geduldet.

Monte Carlo Online Casino

Homepage montecarlocasino.comIn Kooperation mit der Mangas Gaming Malta Limited hat das Monte Carlo Casino ebenfalls ein Online Casino mit MGA-Lizenz aufgebaut. Seit 2013 war es auf dem Markt vertreten. Die starke Marke dahinter stand für hohe Seriosität.

Insgesamt war das Online Casino eher schlecht gepflegt. Es stand scheinbar nicht im Fokus des Unternehmens. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme bei der Software, mit der Einzahlung und an vielen anderen Stellen.

Am 14. Juni 2019 stellt das Online Casino wahrscheinlich auch deshalb den Spielbetrieb komplett ein. Das hat sich ab dem 29. Mai 2019 angekündigt, da seitdem keine Einzahlungen mehr akzeptiert werden. Kunden haben bis Mitte Juli Zeit, sich die Gewinne oder Guthaben auszahlen zu lassen. Danach sind alle Casinokonten beim Monte Carlo Casino geschlossen. Weitere Fragen oder Forderungen für Auszahlungen können an customer@montecarlocasino.com gestellt werden.

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Die Geschichte des Casino Monte-Carlo

Seit mehr als 165 Jahren gibt es das Casino Monte-Carlo. Die Spielbank kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die ich im Folgenden einmal kurz umreißen möchte.

Die holprigen Anfänge des Monte-Carlo Casinos

Die Spielbank Monte-Carlo bei NachtIm Jahr 1854 suchte das Fürstentum Monaco nach neuen Einnahmequellen. Am 26. April 1856 hatte Fürst Florestan die erste Konzession fürs Glücksspiel an die Franzosen Napoléon Langlois und Albert Aubert erteilt. Bereits am 14. Dezember des gleichen Jahres wurde der Spielbetrieb in einer Villa am Hafen aufgenommen.

Ein Jahr später wurde die Konzession auf Grund der ausbleibenden Erfolge an Peter August Daval weitergegeben. Am 13. Mai 1858 legte man den Grundstein für ein neues Gebäude für das Casino auf den Plateau des Spélugues. Die erste Bilanz im Jahr 1859 wies einen Verlust von 1 Million Francs aus. Im selben Monat erhielt François Léon Lefèbvre die Lizenz für das Glücksspiel. Das neue Gebäude der Spielbank wurde am 18. Februar 1963 eröffnet.

Erste Blütezeit dank François Blanc

Am 1. April 1963 übernahm François Blanc die Geschicke der Spielbank. Er hatte bereits die Spielbank Bad Homburg zum Erfolg geführt und sollte gleiches nun auch im Casino Monte-Carlo leisten.

Für Blanc bestand der wirtschaftliche Misserfolg in den fehlenden Infrastrukturen. Er gründete die Société des Bains de Mer et du Cercle des Étrangers à Monaco, dessen Hauptaktivität die Förderung von Kultur und Tourismus ist. Sie war auch für den Betrieb des Casinos verantwortlich.

Er trieb den Ausbau der Uferstraße und der Bahnlinie voran und sorgte für den Neubau von Hotels. 1968 wurde die Bahnlinie in Betrieb genommen und es strömten deutlich mehr Besucher in die Spielbank. Ab 1869 schaffte Fürst Charles III. alle direkten Steuern ab, die Stadt wurde zu 100% durch die Spielbank finanziert.

Während des deutsch-französischen Krieges wurde das Casino für fast 3 Monate geschlossen, danach wurde dank Geschäftsleuten aus Nizza der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Bis 1877 war François Blanc Leiter der Spielbank, danach übernahm seine Frau Marie Blanc die Führung. Sie starb 1881, die Nachkommen Blancs haben die Leitung nach und nach aufgegeben.

Schieflage durch den 1. Weltkrieg

In der Zeit des ersten Weltkriegs sind die Gewinne der Spielbank zurückgegangen. Fürst Albert I. hatte den griechischen Waffenhändler Basil Zaharoff um Hilfe gebeten, der der Spielbank ein Darlehen von 1 Million Pfund Sterling gewährte.

Im Gegenzug erhielt der das Recht, die Spielbank zu einen unbestimmten Zeitpunkt übernehmen zu können. 1923 übernahm er dann die Leitung. Nach dem Tod seiner Frau 1926 verlor er das Interesse und verkaufte seine Anteile an das Pariser Bankhaus Dreyfus & Company mit einem hohen Gewinn.

Weiterbetrieb im 2. Weltkrieg

Im zweiten Weltkrieg wurde der Spielbetrieb nicht eingestellt. Zwar machte die Spielbank im ersten Kriegsjahr Verluste, diese konnten bereits 1941 durch einen Gewinn von 6 Millionen Francs ausgeglichen werden. In den folgenden Jahren stieg der Gewinn auf 106 Millionen Francs. Eine Mischung aus französischen Kollaborateuren, deutschen Wehrmachtsoffizieren sowie deutschen und italienischen Geschäftsleuten kam in Monaco zusammen. Teilweise tätigten sie riesige Einsätze im Casino Monte-Carlo.

Aristoteles Onassis, Fürst Rainer III. und Grace Kelly

Nach dem zweiten Weltkrieg liefen die Geschäfte schlechter. Der Milliardär Aristoteles Onassis begann 1952 Monacos Geschicke mitzubestimmen. Da er die Leitung der SBM für die Spielbank für problematisch hielt, versuchte der möglichst viele Anteile der Gesellschaft zu erwerben. Fürst Rainer III. billigte sein Vorgehen.

1953 brachte Onassis einen Vertrauensmann an die Spitze des Unternehmens. Er investierte größere Summen und nach der Hochzeit von Fürst Rainer III. und Grace Kelly war der wirtschaftliche Erfolg wiederhergestellt. In der Folge sorgten Spannungen zwischen dem Fürst und den Millionär für Probleme.

Der Geschäftsmann Onassis wollte ein Paradies für Millionäre schaffen, der Fürst bevorzugte den breiten Tourismus. Laut Spiegel soll Rainer III. 1965 mit Verstaatlichung gedroht haben, was dann Aristoteles Onassis zum Rückzug bewog.

Die aktuelle Situation der Spielbank Monte-Carlo

Die Spielbank trägt mittlerweile circa 5% zum Staatshaushalt bei. Teilweise machte das Casino und die Betreibergesellschaft in den 90er Jahren Verluste. Im Jahr 2005 mussten aufgrund der wirtschaftlichen Situation nur 13% der eigentlich geplanten 20% an Abgaben geleistet werden.

Mittlerweile ist die SBM vor allem Hotel- und Restaurantbetreiber. Man betreibt 12 Restaurants, 4 Hotels, den Monte Carlo Sporting Club, die Thermes Marins, Diskotheken, das Cabaret, die Opéra de Monaco und den berühmten Beach Club. Das Glücksspiel ist nur eines von vielen Standbeinen der Gesellschaft.

2004 wollte man Gerüchten zufolge auch ein schwimmendes Mega-Casino in der Bucht vor Monaco mit dem Milliardär Steve Wynn bauen. Trotz der florierenden Geschäfte wies das Unternehmen 2011 rund 17,3 Millionen Euro Verluste für das Vorjahr aus. 2013 und 2014 betrugen die Verluste 11,8 Millionen und 32,7 Millionen Euro – die aktuelle wirtschaftliche Lage sieht nicht ganz so rosig aus.

Die Staatsausgaben kann das Casino nicht mehr tragen. Die Firmen in Monaco müssen im Übrigen Steuern zahlen, ausgenommen von den Steuern sind jedoch Privatpersonen. Ansonsten gibt es aber eine Mehrwertsteuer auf alle Produkte und Dienstleistungen in Monaco. Im Übrigen besagt ein Gesetz aus dem 19. Jahrhundert, dass Monegassen nicht in den Spielbanken spielen dürfen. Es soll sie vor den negativen Auswirkungen der Spielsucht und hohen Verlusten schützen.

Trotzdem ist die SBM größter Arbeitgeber in Monaco und zu 59% im Besitz des Fürstentums. Zudem soll sie indirekt über die Betclic Everest Group einer der Haupteigentümer der bet-at-home.com AG sein.

Wer war der berühmteste Spieler im Casino Monte-Carlo?

Der Roulette-Spieler Charles Well hat es 1891 zu großem Ruhm gebracht, als er 1 Million Francs in der Spielbank gewonnen hat. Die Geschichte habe ich bereits in einem Artikel zu unglaublichen Roulette Fakten und Anekdoten erzählt. Am Ende wurde er in einem Lied von Fred Gilbert mit dem Titel "The Man Who Broke the Bank at Monte Carlo" verewigt.

Das Casino wurden als Filmkulisse des Öfteren verwendet. 3 James Bond Teile spielen beispielsweise im Casino Monte-Carlo: „Sag niemals nie“, „GoldenEye“ und „Casino Royale“. Der Spion ist daher einer der bekanntesten fiktiven Spieler dort.

Am Ende ist Monte-Carlo ein Ort für die Schönen und Reichen dieser Welt. Alleine der Dresscode würde mich von einem Besuch abschrecken. Sicherlich ist der Casino-Tourismus dorthin verführerisch, aber am Ende braucht man dafür das nötige Kleingeld, zumal die Hotels (durchschnittlich 200€ pro Nacht auf booking.com) dort nicht gerade preiswert sind. Aus diesem Grund bleibe ich persönlich eher bei den Online Casinos, zumal man dort bequemer spielen kann.

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