PartyPoker hat bestätigt, dass insgesamt 277 Pokerkonten mit Bot-Aktivitäten durch das „Poker Fraud Team“ geschlossen wurden. Die Geschädigten hatten Erstattungen in der Gesamthöhe von 734.852 Dollar (rund 650.000 Euro) erhalten.

Die Webseite von PartyPokerPartyPoker wird von der GVC Holdings PLC betrieben, einem bekannten Glücksspielunternehmen, das unter anderem für bwin und Ladbrokes verantwortlich ist. PartyPoker stellt immer noch eines der größten Poker-Netzwerke der Welt dar. Neben Pokerstars gehört dem Unternehmen ein großer Anteil am Pokermarkt im Internet.

PartyPoker hat jetzt Berichte veröffentlicht aus denen hervorgeht, dass man von Dezember 2018 bis Ende März 2019 insgesamt 277 Casinokonten gesperrt hat. Es lag der Verdacht vor, dass ein Poker Bot genutzt wurde. Die betreffenden Konten wurden gesperrt und den geschädigten Spielern hat man insgesamt 734.852 Dollar (rund 650.000 Euro) als Entschädigung zurückgegeben.

Was sind Poker Bots?

Poker Bots sind Softwareprogramme, die auf Grundlage des Verhaltens anderer Spieler selbstständig Entscheidungen beim Poker treffen. Es handelt sich also um Computerprogramme, die man in verschiedenen Turnieren auf bestimmten Weise spielen lässt, weil sie besser pokern als der menschliche Spieler. Er kann auch genutzt werden, um sich einen Vorteil auf andere Weise beim Poker zu verschaffen.

In der Anfangszeit der Bots waren die Algorithmen nicht gerade komplex, daher konnten die Bots schnell entdeckt, aber teilweise auch einfache geschlagen werden. Letztlich hat sich die künstliche Intelligenz weiterentwickelt und die Poker Bots werden immer besser. Dadurch wurde die Verwendung durchaus profitabel und Pokerseiten haben immer mehr Probleme sie zu entdecken.
Durch verbesserte Zufallsprinzipien können Poker Bots die Wetten und Spielweise zufälliger gestalten, was eher der Mimik eines Pokerspielers entspricht. Die meisten Pokernetzwerke arbeiten dem mit besserer Sicherheitssoftware und eigenen Sicherheitsteams entgegen.

Verbesserte Sicherheitsstandards

Die Entdeckung von Bots und anderer Manipulationssoftware ist für PartyPoker eine sehr wichtige Aufgabe. Aus diesem Grund hatte das Unternehmen auch ein eigenes „Poker Fraud Team“ aufgebaut, man wollte ehrliche Spieler damit besser vor Betrug durch andere Spieler und deren Bots schützen. Das Team besteht dabei aus ehemaligen Poker-Profis. Sie sollen das notwendige Wissen und die Expertise mitbringen, um verdächtige Aktivitäten möglichst schnell zu erkennen und PartyPoker von solchen Accounts zu befreien.

Das neue Team war im Laufe der 4 Monate laut der Pressemitteilung für 75% der Account Schließungen verantwortlich. Das Unternehmen ist mit dem Erfolg des neuen Sicherheitsteam sehr zufrieden. Allerdings soll es mehr untersuchen als lediglich Bots. Andere verdächtige Aktivitäten wie Absprachen oder die Verwendung von anderer verbotener Software sollen ebenfalls durch das Team erkannt werden.

Patrick Leonard gehört dem Team von PartyPoker an und ist von der Sicherheit auf der Plattform überzeugt:

Vor zwei Jahren wäre das nicht möglich gewesen, aber nachdem ich die Sicherheitsabteilung mit eigenen Augen gesehen habe – das Team, das dort arbeitet und die Tools, die eingesetzt werden – bin ich mir sicher, dass sie die Spieler zu fassen kriegen, die gegen Regeln verstoßen. Meiner Meinung nach ist es den Aufwand nicht wert, zu versuchen, die Regeln zu brechen, denn um es wie Liam Neeson auszudrücken: „Sie werden dich finden, sie werden dich kriegen und sie werden … dich sperren!“

Tom Waters von PartyPoker hatte zudem versprochen, dass man auch in Zukunft die Sicherheit verbessern möchte, um solche Spieler zuverlässig zu entlarven. Gegenüber der Presse kommentierte er:

Wir arbeiten in bestimmten Angelegenheiten bereits eng mit einer Reihe von Akteuren zusammen. In den kommenden Monaten werden wir hochentwickelte Erkennungstechniken einführen, die wir mit Hilfe einiger unserer Spieler entwickeln.

Das Poker Fraud Team ist unter der E-Mail-Adresse info@partypoker.com erreichbar, sodass man der Sicherheit auch Tipps zukommen lassen kann, wenn man einen Verdacht auf Absprachen oder die Verwendung von Bots hat.

Mit Transparenz gegen Betrug

2017 gab es einen großen Skandal bei PartyPoker wegen einem Collusion-Ring, der Absprachen bei einzelnen Turnieren gemacht hatte. 2017 hatte ein Spieler diesen Absprachen-Ring gemeldet, die betreffenden Accounts wurden damals ebenfalls ausfindig gemacht und gesperrt.

Die meisten Beobachter der Online Poker Branche empfinden den Schritt, die Leistung Statistiken des Poker Fraud Teams zu veröffentlichen als mutig. Zum einen gesteht sich der Anbieter mit dem Schritt ein, dass man Probleme mit Poker Bots hat. Zum anderen wird bei den Spielern das Gefühl der Sicherheit verstärkt – da zumindest gezeigt wird, dass man etwas dagegen unternimmt.

Die Hoffnung ist, dass durch den transparenten Umgang mit solchen Betrügern die gesamte Branche in ein besseres Licht gerückt wird. Immerhin hat man sich für eine offene Art der Darstellung entschieden und kann so auch der ethischen Verantwortung besser gerecht werden. Es ist letztlich die Aufgabe eines Pokerraums, das Spiel fair zu gestalten. PartyPoker hat angekündigt, dass man die Kunden in regelmäßigen Abständen über die Vorgehensweise und die Erkennung von Bots aufklären möchte.

Bildquelle: Fotolia 210283253 - Robot or cyborg dabbing on party. Android in dab pose. Cybernetic man with artificial intelligence dance in nightclub techno or electronic music. 3d Robot have bionic face, hands and body. ©AndSus

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