Die Übernahme des britischen Bookies William Hill durch den Casino-Betreiber Caesars, zu dem das berühmte Caesars Palace Hotel in Las Vegas gehört, ist in Stein gemeißelt. Für mehrere Milliarden Euro wird William Hill von Caesars übernommen und soll so Profit vom blühenden US-Sportwetten-Markt ziehen. Die Aktionäre von William Hill haben der Fusion nun zugestimmt.

Arbeitsplätze sollen durch diese Transaktion nicht verloren gehen. Allerdings sollen sehr viele landbasierte Wettbüros im britischen Raum verkauft werden. Gemunkelt wird, dass diese möglicherweise von Apollo, einer britischen Firma aufgekauft werden sollen. Apollo Global Management hatte bereits in der Vergangenheit Interesse gezeigt und angeboten, das ganze Unternehmen zu übernehmen. Der Deal kam Ende August dieses Jahres aber nicht zustande und die Anteilseigner entschlossen sich dazu, mit Caesars zu fusionieren, die nur kurz nach Apollo neben anderen Interessenten ein Angebot auf den Tisch gelegt hatten. Caesars hatte rund 272 Pence, das sind circa 2,98 Euro pro Aktie angeboten. Das entspricht ungefähr 2,9 Milliarden britischen Pfund. Unter anderem sollen auch die 888 und die GVC Holdings einen Kauf in Erwägung gezogen haben.  

Die Gerüchte dieser Übernahme sorgte natürlich dafür, dass die Aktien schlagartig in die Höhe geschossen sind. Apollo konnte mit dem Angebot von Caesars nicht mithalten. Der finanzielle Aspekt war aber nicht der einzige Vorteil, den Caesars gegenüber Apollo hatte: So ist Caesars doch der Partner von William Hill in Sachen US-Sportwetten. 

Nur die Zustimmung der Aktionäre fehlte noch

Bereits im Oktober wurde die Übernahme von William Hill durch Caesars kundgegeben. Alles war unter Dach und Fach. Nur die Zustimmung der Aktionäre fehlte, um den Deal zu komplettieren. Diese haben sich nun aber für den Deal ausgesprochen. Die Fusion wird aktuell sogar höher gewertet als ursprünglich angenommen: In Summe sind es rund 81,3 Prozent der Aktionäre, die 86,6 Prozent des ausgegebenen Aktien-Kapitals ausmachen. Diese Aktionäre haben die rund 3,1 Milliarden Euro teure Fusion befürwortet. Somit gehen alle Wettangebote von William Hill in das iGaming- und Sportwetten-Franchise von Caesars über. 

Derzeit wird fleißig am operativen Geschäft gearbeitet und regulatorische Rahmenbedingungen abgeklärt. Caesars ist schon jetzt äußerst positiv durch die Fusion gestimmt und blickt der Zukunft hoffnungsvoll entgegen: Man schätzt, dass rund 700 Milliarden US-Dollar Nettogewinne im nächsten Jahr erwirtschaftet werden.  

Nicht die erste aktuelle Fusion für Caesars 

Caesars scheint in letzter Zeit in Fusion-Laune zu sein: Erst im Sommer des vergangenen Jahres gab es eine große Fusion zwischen Caesars und Eldorado Resorts. Da beide Glücksspiel-Wettbewerber eine enorme Marktstärke haben, hat diese Fusion etwas gedauert und musste auf mehreren Ebenen von diversen Aufsichtsorganisationen begutachtet werden. Bei dieser Transaktion war es besonders wichtig, dass eine Zustimmung des Nevada Gaming Control Board stattfindend. Ohne diese hätte die Fusion nicht über die Bühne gehen können. Schlussendlich gab es aber auch von der Seite ein Okay und Eldorado schluckte Caesars für satte 17,3 Milliarden US-Dollar. Man kann sich die Dimension dieser Fusion also kaum vorstellen. Alleine am weltbekannten Las Vegas Strip gingen etliche Immobilien in das Eigentum von Eldorado über: das Caesars Palace, das Linq Resort, Planet Hollywood, Haarah's Las Vegas, Ballys Las Vegas, Cromwell, Paris Las Vegas und Flamingo Las Vegas. 

Auch William Hill befand sich schon 2019 in einem Sportwetten-Abkommen mit Eldorado: Somit gehen unglaubliche Marktkräfte aus der Fusion hervor. William Hill hat nun die Chance, sein landbasiertes Business auf circa 170 Standorte weiter auszubreiten. Mobile Sportwetten werden bereits in sieben US-Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Dazu gehören: Nevada, Iowa, Colorado, Illinois, New Jersey, Rhode Island und West Virginia. In der US-Hauptstadt Washington D. C. besitzt William Hill außerdem ein sehr exklusives landbasiertes Wettbüro in der Capital One Area. Die Capital One Area ist eine Multifunktionsarena, die auch Heimat der Washington Capitals, der National Hockey League und der Basketball-Mannschaft Washington Wizards ist. Mike Tyson hatte seinen letzten Profi-Boxkampf in der Capital One Area, den er gegen Iren Kevin McBride verlor. 

Der US-Sportwettenmarkt boomt

William Hill gehört auch zu den Buchmachern, die COVID-19-bedingte wirtschaftliche Einbußen einstecken mussten. Auch unter diesem Aspekt ergibt die Fusion mit Caesars Sinn. Denn dadurch wird William Hill die Möglichkeit gegeben, noch mehr Fuß am US-Markt zu fassen und künftig bessere Gewinne zu erzielen. Dadurch, dass in den USA Sportwetten von wachsender Bedeutung sind, trägt dies laufend zu dem Erfolg von Caesars bei. Die Wetteinsätze am US-Sportwettenmarkt betrug rund 2,1 Milliarden Dollar im letzten Monat. Dies ist das größte Wettvolumen, das in den USA jemals verzeichnet wurde. Daher ergibt es Sinn, dass Riesen-Konzerne wie Caesars Fusionen mit Unternehmen aus Europa eingehen: So können sie noch mehr Gewinn aus dem blühenden Markt ziehen.

Die Aufsichtsbehörden werden die Caesars-Hill-Fusion dennoch weiter im Auge betrachten. Es ist aber anzunehmen, dass die Untersuchungen Mitte 2021 abgeschlossen sein werden. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/las-vegas-stadt-beleuchtet-172330/

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