In Massachusetts wurde das erste Casino-Resort MGM Springfield als zu einer Geldstrafe von 100.000 Dollar verurteilt. Der Glücksspielbetreiber hat einige Verfehlungen beim Jugendschutz. So konnten Personen zwischen 18 und 20 Jahren nicht nur dort spielen, ihnen wurde auch noch Alkohol vom Servicepersonal gebracht.

In Massachusetts an der Westküste der USA wurde 2018 das erste Casino Resort in Springfield eröffnet. Ein weiteres Resort-Projekt ist von Wynn in Boston geplant, außerdem gibt es diverse andere Spielbanken, die in Planung sind. Am Ende wird es in dem US-Bundestaat folgende 6 Casinos geben:

  • Aquinnah Cliffs Casino (geplant, Casino von Ureinwohnern)
  • Wynn Encore Boston Harbor in Everett (startet am 23. Juni 2019)
  • MGM Springfield
  • Norwegian Cruise Lines – Dawn (Casino-Dampfer)
  • Plainridge Park Casino von Penn National Gaming in Plainville
  • Project First Light Resort & Casino (geplant, Casino von Ureinwohnern)

Bingo und Lotto kann man in dem Bundesstaat bereits ab 18 Jahren spielen. Wenn man ins Casino gehen möchte, muss man aber wenigstens 21 Jahre alt sein. Der Konsum von Alkohol ist ebenfalls erst ab 21 Jahren erlaubt – das MGM Springfield ist das erste Casino Resort in dem Bundestaat gewesen und hat nun als erstes gegen die Auflagen zum Jugendschutz verstoßen.

Das MGM Springfield ist ein Casino Resort mit 125.000 Quadratmetern Gesamtfläche. Neben Hotels und Restaurants gibt es 2.500 Spielautomaten, sowie insgesamt 100 Tische für Roulette, Blackjack und Pokerräume.

Was ist beim MGM Springfield vorgefallen?

Das MGM Springfield in Massachusetts Insgesamt 44 Verstöße wurden beim Jugendschutz seit August 2018 gezählt. Den jugendlichen Spielern zwischen 18 und 20 Jahren wurde der Besuch des Casinos nicht untersagt und die Spieler haben teilweise Alkohol vom Servicepersonal erhalten. Wegen diesen Verfehlungen hat die zuständige Regulierungsbehörde, die Massachusetts Gaming Commission (MGC), eine zivile Verwaltungsstrafe von 100.000 Dollar (90.000 Euro) ausgesprochen. Das Unternehmen hat sich bei einer Anhörung in der letzten Woche sofort zur Zahlung der Strafe an die Kontrollbehörde bereit erklärt.

Das Untersuchungs- und Durchsetzungsbüro (Investigations and Enforcement Bureau) der Regulierungsbehörde hatte dabei in den ersten 3 Monaten des Spielbetriebs seit August 2018 rund 22 Verstöße bemerkt. Ende November gab es dann im Zeitraum von 10 Tagen 8 weitere Verstöße, zwischen Dezember und April kamen noch einmal 14 Verstöße hinzu.

Die Personen unter 21 Jahren hatten Zugang zum Spielbereich und zu alkoholischen Getränken. Wiederholt hatte die Regulierungsbehörde das Casino aufgefordert sicherzustellen, dass Jugendlichen der eigentliche Casinospielbereich verwehrt bleibt. Die Umsetzung hatte man nicht vernünftig erreicht.

Was folgt außer der Geldstrafe?

Zum einen muss die 100.000 Dollar (90.000 Euro) Strafe gezahlt werden. Viel wichtiger ist aber, dass der Betreiber der Gaming Commission einen detaillierten Sicherheitsplan mit Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Einhaltungen der Vorschriften. Das MGM möchte im gleichen Zug die Verwaltung der Sicherheitsabteilung verbessern, außerdem soll das Sicherheitspersonal regelmäßige Schulungen erhalten, damit die Gesetze und Vorschriften wirklich eingehalten werden.

Michael Mathis ist Präsident von MGM Springfield und sagte in einem Interview:

Dies ist ein echter Fokus für das Unternehmen. Ich denke, wir müssen gemeinsam darüber sprechen, was wir tun werden, um die Leute zu bestrafen. Es muss ernsthafte Auswirkungen geben. […] Ich weiß, dass Sie in einigen anderen Gerichtsbarkeiten möglicherweise Ihren Führerschein verlieren können - echte Konsequenzen.“

Die Führungskräfte hatte im Vorfeld angegeben, dass man mehr „Unter 21 Verboten“-Sticker angebracht habe. Außerdem hat man in den Stoßzeiten das Sicherheitspersonal erhöht. Den legalen Spielern, die häufiger nach einem Ausweis gefragt werden, hat man auch Handstempel geboten. Trotzdem sollen noch einmal neue Maßnahmen entwickelt werden.

Vorgaben beim Alkohol bleiben streng

Zwar dürfen das MGM Springfield und das Wynn Resorts Encore Boston Harbor bis 4 Uhr in der Nacht Alkohol servieren (2 Stunden länger als in Bars des Bundesstaates), aber es muss sichergestellt werden, dass die Spieler keine Vergiftungserscheinung vom Alkohol zeigen.

Im Bundesstaat Philadelphia musste das SugarHouse Casino in Pennsylvania eine 15.000 Dollar (13.500 Euro) Strafe zahlen, weil man einem Spieler in 8 Stunden 17 Gratis-Cocktails angeboten hat. Spielen durfte er mit dem Alkoholgehalt noch. Als man den Spieler dann endlich stoppte, kam es zu einer Auseinandersetzung, die eine polizeiliche Ermittlung erforderte.

Glücksspiel in Massachusetts – ein schwieriger Markt

Das MGM Springfield ist ein Casino Resort im Wert von 960 Millionen US-Dollar (rund 860 Millionen Euro). Im ersten Monat des Spielbetriebs erzielte die neue Spielbank Glücksspieleinnahmen von 26,95 Millionen Dollar (rund 24 Millionen Euro) und blieb dabei deutlich hinter den Erwartungen der Betreibergesellschaft zurück. Diese wollte im ersten Jahr Glücksspieleinnahmen von 418 Millionen Euro (374 Millionen Euro), ein Ziel das sich kaum halten lässt. Im Dezember 2018 sanken die Spieleinnahmen zudem auf 21,6 Millionen US-Dollar (rund 19 Millionen Euro). Das Plainridge Casino (der wichtigste Konkurrent) konnte in dem Monat die Einnahmen um 1,25 Millionen US-Dollar (1,1 Millionen Euro) auf 14,1 Millionen US-Dollar (12,6 Millionen Euro) steigern.

Zudem hatte sich herausgestellt, dass es viel Kriminalität durch das neue Casino gibt. Laut einem Polizeibericht verzeichnete die Massachusetts State Police zwischen September und Dezember 2018 rund 208 Vorfälle und 120 Verhaftungen in MGM Springfield. Die Vorfälle umfassten 16 Diebstähle und Raubüberfälle, fünf Übergriffe und zwei Sexualdelikte. In der Umgebung des MGM Springfield wurden in den drei Monaten vor seiner Eröffnung im August 22 Straftaten und in den fünf Monaten nach seiner Eröffnung 115 Straftaten gemeldet. Währenddessen reagierte die Polizei 2018 auf nur 115 Vorfälle im Plainridge Park Casino.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Massachusetts entwickelt, wenn das neue Wynn Resort Ende Juni zusätzlich auf den Markt strömt. Die Lage für MGM könnte sich dann noch verschärfen, sodass das Casino am Ende unrentabel wird.

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