Der Deutschschweizer Casino Dealer Champion 2018 ist Dan Ebert geworden. In einem Interview hat er im neuen Jahr verraten, warum er selbst nie im Casino spielen würde. Zwar sind seine Aussagen grundlegend bekannt, dennoch ist es vielleicht einmal interessant, zu erfahren, wie ein Croupier seinen Beruf versteht.

Im Casino Pfäffikon, ungefähr 35 Kilometer von Zürich entfernt, hatte der Slowake Dan Ebert am 18. September 2018 die Deutschschweizer Dealermeisterschaft „Casino Dealer Champion“ gewonnen. Er hatte sich überraschend gegen seine Kollegen aus der Schweiz und Deutschland durchgesetzt. Im neuen Jahr spricht der Croupier zum ersten Mal über seinen Beruf und warum er selbst in einem Casino nie spielen würde.

Was ist das für einem Meisterschaft?

Im Jahr 2018 wurde die Deutschschweizer Casino Dealer Champion zum dritten Mal ausgetragen. Im Casino Pfäffikon in der Schweiz haben dabei die Croupiers mit einigen Casinomanagern gespielt. Die Angestellten mussten dabei ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und zeigen, was einen guten Croupier ausmacht.

Die Teilnehmenden Croupiers werden dabei in fünf verschiedenen Disziplinen getestet. Unter anderem wird Geschicklichkeit im Umgang mit Spielkarten beim Blackjack, das einwandfreie Kopfrechnen beim Roulette oder das korrekte Auslegen von Spieljetons bewertet. Aber auch der Umgang mit den Gästen und die Ausstrahlung des Croupiers fließen in die Bewertung mit ein.

Beispielsweise wollte einer der Manager beim Roulette auf Bockzahlen setzen. Der Slowake gab jetzt in einem Interview zu, dass er den Begriff vorher noch nie gehört hatte. Dennoch ließ er sich nichts anmerken und ging auf den Spieler ein. Er bekam so heraus, dass die Zahlen 12 bis 21, 13 bis 31 und 23 bis 32 gemeint waren. Es wird von Croupiers immer gefordert, dass sie auf die Wünsche des Spielers eingehen und sie zu erfüllen versuchen.

Ansonsten wurden vor allem die mathematischen Fähigkeiten der Dealer geprüft. Ein Croupier muss jederzeit die richtigen Gewinne durch die gegebenen Einsätze im Kopf berechnen können. Dabei kommt es auf die Kenntnis des Spiels die eigene Konzentration und zum Schluss auf die Fingerfertigkeit des jeweiligen Gebers an. Dan Ebert habe vor allem bei der Leitung der Spiele Roulette und Blackjack die Jury überzeugt.

Einen großen Vorteil habe er gehabt, da er bereits in der Slowakei als Dealer tätig war. Die Arbeitssituation ist dort anders als in der Schweiz. Es wird schneller gespielt, daher ist alles ein wenig hektischer. An den Spieltischen stehen außerdem mehr Besucher – für ihn ist die Arbeit in der Schweiz wesentlich entspannter.

Einer von drei Champions bisher

Der erste Schweizer Casino Dealer Champion wurde im September 2016 gekürt. Damals hatte man die Meisterschaft im Casino St. Gallen ausgetragen, 15 Teilnehmer aus den folgenden Casinos waren dabei:

  • Grand Casino Baden
  • Grand Casino Bern
  • Grand Casino Luzern
  • Casino Interlaken
  • Swiss Casinos Pfäffikon-Zürichsee
  • Swiss Casinos St. Gallen
  • Swiss Casinos Schaffhausen
  • Swiss Casinos Zürich

Die Dealer wurden beim Roulette und Ultimate Texas Hold’em getestet. Als Side-Events gab es das Rechnen beim American Roulette, das Kartenziehen beim Blackjack und das Platzieren der Chips auf dem Tableau. Eine Jury hat für alle Disziplinen Punkte vergeben. Am besten hat damals der Croupier Patrik Jurala aus dem Swiss Casino St. Gallen abgeschnitten. Die Spielbank, in dem der Croupier arbeitet, richtet im folgenden Jahr die nächste Meisterschaft aus.

Im Jahr 2017 standen sich 17 Croupiers im Swiss Casinos St. Gallen gegenüber. Diesmal konnte der 32-jährige Tamas Adam von Swiss Casinos Pfäffikon-Zürichsee vor allem mit seinen mathematischen Fähigkeiten überzeugen. Er gewann den begehrten Pokal sowie den Titel und brachte die Meisterschaft zum Casino Pfäffikon.

Dan Ebert arbeitet für das Casino und Luzern und brachte so die Meisterschaft in die Spielbank, in der er arbeitet.

Wie denkt der Dealer über seinen Beruf?

Als Croupier hat er die Aufgabe dafür zu sorgen, dass sich die Gäste gut aufgehoben fühlen. Er bestimmt letztlich die Atmosphäre und soll für ein abwechslungsreiches Spiel sorgen. Für ihn selbst ist das Spiel selbst nicht sonderlich interessant, es gehe ihm mehr um die Unterhaltung der Gäste.

Im sei es auch gleich, ob die Besucher gewinnen oder verlieren. Er hat von den Verlusten nichts, eher freut er sich über die Trinkgelder der Spieler. Diese kommen in den Tronc (einem Sammelgefäß für Trinkgelder) und werden anschließend unter allen Croupiers aufgeteilt. Eine Provision an den Einsätzen oder Verlusten erhalten die Dealer nicht. Über die Höher der Trinkgelder konnte er nicht viel sagen, die Spieler seien verschieden. Einige geben keine Trinkgelder, andere geben bei hohen Gewinnen den Einsatz oder einen Teil davon als Trinkgeld. Ein Croupier macht am Ende seinen Job und kann keinen Einfluss auf die Gewinne oder Verluste nehmen.

Er selbst macht sich keine großen Gedanken um die Verluste der Spieler. Wer spielt, muss damit rechnen, dass er verliert und es am Ende akzeptieren. Letztlich entscheidet jeder selbst, was er macht und wofür er sein Geld einsetzt. Die Aufgabe des Croupiers ist es nur für ein faires Spiel zu sorgen. Der Dealer kann nichts für Verluste, aber auch nicht für die Gewinne.

Er selbst ist zufrieden, wenn die Gäste glücklich sind. Er ist zwar bei der Spielbank Luzern angestellt, soll aber nicht die Besucher abzocken.

Es ist den Dealern übrigens verboten irgendwelche Kartentricks auszuführen, oder sie den Gästen am Tisch zu zeigen. Daher werden die Hände immer offen am Tisch gezeigt. Aus diesem Grund müssen Karten und Jetons immer über den Tisch gegeben werden und dürfen nicht von Hand zu Hand gehen. Fairplay und Kontrolle sind das wichtigste.

Er selbst hat nicht das Bedürfnis privat zu spielen

In dem Interview hat der Croupier gesagt, dass er nie das Bedürfnis hatte, im Casino zu spielen. Er kenne zwar jedes Spiel und alle Regeln, dadurch kann er dennoch das Casino nicht schlagen. Man kann ein Glücksspiel nicht mit regulären Mitteln beeinflussen.

Die Bank Gewinne auch nicht immer, sondern lediglich öfter als der Spieler. Jedes Spiel bietet der Bank einen mathematischen Vorteil, der als Hausvorteil ausgedrückt wird und bei den Tischspielen bekannt ist. Bei Spielautomaten sind die Vorteile des Casinos höher als bei Tischspielen wie Blackjack oder Poker.

Wenn ein Spieler überhaupt ein wenig Gewinnen möchte, sollte er sich klare Limits und ein Zeil für das Spiel setzen. Der Slowake gibt als Rat:

Wer sich zum Beispiel das Ziel setzt, maximal 500 Franken einzusetzen und im Idealfall 1000 Franken zu gewinnen, sollte stoppen, wenn er die Summe erreicht hat. Wer glaubt, eine Glückssträhne zu haben, verliert. Zudem sind Emotionen im Spiel, das ist ähnlich wie bei der Börse. Man muss einen klaren Kopf haben.

Die Unterhaltung und Atmosphäre sollte beim Glücksspiel im Vordergrund stehen

Ich denke schon, dass die Sicht eines Croupiers auf das Glücksspiel einmal interessant sein kann. Insgesamt zeigt sich an den Aussagen, dass man beim Glücksspiel eher den Unterhaltungscharakter im Blick haben sollte. Man sollte also nicht auf die Big Wins warten und wetten, sondern sich eher an der Atmosphäre und dem Ambiente beziehungsweise den Spielen selbst erfreuen.

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