Über Fintech Klarna gibt es in letzter Zeit immer mehr Beschwerden: Der Zahlungsdienst mit schwedischen Wurzeln soll angeblich mit seinen Kunden keine Kommunikation führen und zögert nicht, bei Eintreten eines Zahlungsverzugs Anwälte und Inkassobüros schnell einzuschalten. Wie sieht die Sachlage genau aus?

In Österreich sind dieses Jahr bereits gut 2.000 Unmutsäußerungen über Klarna eingetroffen. Grund dafür ist beispielsweise, dass Klarna voreilig Mahnschreiben wegen Zahlungsverzögerung an die Kunden gerichtet hat, obwohl diese die Ware zu dem Zeitpunkt noch gar nicht erhalten, zurückgesandt haben oder aus ihrem Vertrag ausgetreten sind. Neben Mahnungen oder sogar Mahngebühren wurden auch oftmals Anwälte beauftragt oder Inkassobüros informiert. Das sind alles Handlungen, die den Zahlungsdienstleister derzeit in kein gutes Licht rücken. 

Ein anscheinend weiteres wesentliches Problem, das Kunden mit Klarna derzeit haben, betrifft die Kommunikation, die so gut wie nicht vorhanden ist. Klarna antwortet sehr vielen Konsumenten einfach nicht auf ihre Anfragen oder Beschwerden, dabei ist Klarna als Zahlungsinstitution dazu verpflichtet. 

Infobox: Klarna ist ein schwedischer Zahlungsanbieter mit Hauptsitz in Stockholm und hat im Jahr 2013 den deutschen Zahlungsdienst Sofort übernommen und in sein Produkt-Portfolio eingegliedert. Klarna ist in Deutschland für sogenannte Sofortüberweisungen bekannt. Das Geschäftskonzept ist einfach: Klarna gibt Händlern die Option, Rechnungen, Sofortüberweisungen etc. als Zahlungsmethoden in ihren Online-Shops anzubieten. Klarna arbeitet unter anderem mit mehr als 200.000 Händlern zusammen. Dazu zählen bekannte Marken wie H&M, Spotify, Deutsche Bahn und Adidas. Die aktuellste Akquisition Klarnas betraf die Billpay GmbH im Jahr 2017. 

Häufige Beschwerden

Beschwerden betreffend Transaktionen gehören zu den relevantesten Angelegenheiten laut der Arbeiterkammer in Österreich. Alleine in den ersten 6 Monaten in 2020 haben circa 22 Prozent von ungefähr 23.000 Konsumenten-Anfragen das Thema Zahlungsverkehr in der Kategorie “Bank” betroffen. Man geht stark davon aus, dass dies deshalb so sei, weil die Online-Einkäufe während des Lockdowns signifikant zugenommen haben. Selbst die Arbeiterkammer hält fest, dass Zahlungen, die online erfolgen, zwar praktisch, aber nicht risikofrei sind. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/geld-bargeld-w%C3%A4hrung-banknoten-496229/

Du hast Fehler in unseren Daten entdeckt?

Um einen Fehler zu melden musst du dich zuerst bei GambleJoe .

Wie gefällt dir der Artikel?