Vor dem Landgericht Waldshut ist ein Prozess um gewerbsmäßigen Computerbetrug beendet worden. Angeklagt waren drei Männer, die Spielautomaten manipuliert haben sollen. Über einen längeren Zeitraum hatten die Männer so mehr als 10.000 Euro unrechtmäßig aus Geldspielgeräten erbeutet.

Vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen hat der Richter Martin Hauser einen Fall von Banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug verhandelt. 2018 sollen drei Männer Spielautomaten in verschiedenen Städten manipuliert und sich unrechtmäßige Gewinne einverleibt haben. Die Männer saßen bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft, haben aber nur Angaben zur Person und nicht zu den Taten selbst gemacht. Wegen der aktuellen Corona-Pandemie verzögerte sich der Prozess, wurde dann aber doch vor der großen Strafkammer des Landgerichts Waldshut-Tiengen verhandelt. Aufgrund der Pandemie musste diese sich im katholischen Gemeindesaal in Waldshut treffen.

Welcher Spielautomat wurde manipuliert?

Die drei Angeklagten sind 34, 36 und 43 Jahre alt. Laut Anklage soll der jüngste Mann der Rädelsführer gewesen sein. Er habe die anderen beiden Männer zu den Manipulationen angestiftet. Er hat wohl den größten Teil der Beute erhalten.

Die Männer hätten immer das gleiche Prinzip beim Betrug angewendet. Sie spielten immer am Geldspielgerät „Sindbad“. Auf den Geräten sollen knapp 200 Spiele verfügbar sein. Die Bande hatte ein Systemfehler beim Automaten erzeugt, in dem man den Stecker während des Spielens gezogen hat. Es wurden größere Gewinne ausgegeben und die Bande hatte eine sichere Einnahmequelle. Videoaufnahmen sollen die Angeklagten bei der Tat zeigen. Ein Sachverständigter versicherte im Prozess:

Der Stecker muss vor dem letzten sogenannten Freispiel gezogen werden damit das Ganze funktioniert.

Aus einem Gewinn von wenigen Cent wurden so mehrere Hundert Euro. Es gäbe laut Ansicht des Sachverständigten immer wieder Wege, um Spielautomaten zu manipulieren. Dieser Weg sei aber auch für ihn sehr ungewöhnlich. Diese Form der Manipulation bestünde in der Form nicht mehr. Der Softwarehersteller wurde informiert, daraufhin wurden Updates der Software entwickelt und sind bei den Geldspielgeräten aufgespielt worden.

Wie ist die Manipulation aufgefallen?

Mehrere Spielhallen in Baden-Württemberg sollen betroffen gewesen sein. Es geht dabei um Standorte in Lahr (Ortenaukreis), Tuttlingen, Schramberg (Landkreis Rottweil), Spaichingen (Landkreis Tuttlingen), Laufenburg, Albbruck und Bad Säckingen (alle Landkreis Waldshut).

Die drei Täter hätten sich per Telefon und WhatsApp abgesprochen. Einer der drei Männer habe zuerst immer die betreffende Spielothek ausspioniert. Erst danach wäre man zur eigentlichen Tat übergegangen. Neben den drei Haupttätern soll es noch bis zu drei Helfer gegeben haben.

Es wurde bekannt, dass einer der Täter sich nicht mehr an Absprachen gehalten hat und sein Glück auf eigene Faust versuchte. Letztlich ist die Bande in zwei Fällen aufgefallen. In einer Spielothek hatte ein Angeklagter den Raum fluchtartig verlassen, als er von einem Angestellten angesprochen wurde. Am Ende ist das Trio jedoch in Bad Säckingen nach zwei Monaten aufgeflogen. Die Polizei konnte die Täter festnehmen und Anklage erheben.

Welche Urteile wurden gesprochen?

Seit dem 25. Mai 2020 wird vor Gericht verhandelt. Es waren acht Verhandlungstage angesetzt. Es wurde bekannt, dass mehrere 10.000 Euro erbeutet wurden. 20% soll der Rädelsführer für sich einbehalten haben. Der Rest wurde unter den Mittätern und den Helfern aufgeteilt. 

Der Hauptangeklagte wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Die anderen beiden Männer hätten zwei Jahre auf Bewährung erhalten. Sie wurden wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs verurteilt.

Der Richter betonte, dass die Männer ganze Tage und Nächte in der Spielothek verbracht hätten. Er war der Meinung, dass wenn sie diese Zeit in ehrliche Arbeit investiert hätten, ebenfalls viel Geld hätten verdienen können. Er war der Meinung, dass sich ein solcher Spielautomaten-Betrug kaum lohnt.

Bildquelle: AdobeStock 253071059, hand pushing button casino ©powersky 

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