Nach einem Bericht von CNBC kommt es in der ganzen Casinobranche zu Entlassungen. Die Covid-19-Krise hat weltweit zur Schließung von Spielbanken, Spielhallen und Casino-Resorts geführt. Betroffen sind dabei vor allem die USA. In Asien und Europa lassen sich aber ebenfalls ähnliche Entwicklungen feststellen.

Für Casino-Resorts war die Corona-Pandemie ein herber Schlag. In Macau wurden die Umsatzzahlen aus dem Juli 2020 veröffentlicht. Es wurden umgerechnet lediglich 149,6 Millionen Euro als Bruttospielertrag registriert. Das entspricht einem Rückgang von 95% gegenüber dem Vorjahresvergleich. Dort konnte man noch 2,72 Milliarden Euro verbuchen. Trotzdem war die Freude groß, dass gegenüber Juni 2020 der Umsatz um 87,7% zugenommen hat. Im letzten Monat konnte man lediglich einen Bruttospielertrag von 79,7 Millionen Euro ausweisen. In Macau ist man bereits wieder in Sorge, da eine neue Welle in Hongkong für striktere Einreiseauflagen sorgt.

In Las Vegas konnte man zumindest für den Juni 2020 einen Bruttospielertrag von 566,8 Millionen Euro verlauten lassen. Wobei das Nevada Gaming Control Board auch ausweisen musste, dass der Rückgang 45,6% gegenüber dem Vorjahr beträgt. Im letzten Jahr wurden 886,5 Millionen Euro als Bruttospielertrag verbucht. Las Vegas ist im Vergleich zu Macau besser aufgestellt, was aber auch daran liegt, dass es innerhalb der USA keine Reisebeschränkungen gab. Dennoch werden eine Million gestrichene Jobs im Freizeitsektor registriert.

Freizeit und Gastgewerbe wurde hart getroffen

Die Volkswirtschaften leiden weltweit extrem unter den Lockdown-Maßnahmen. Der Wirtschafts- und Finanzdatensender CNBC warnt vor einer Flut von Entlassungen im Freizeit- und Gastgewerbe. Die US-Wirtschaft musste dort die höchste Zahl an Jobverlusten in der Geschichte des Landes verbuchen. Rund 7,7 Millionen Stellen wurden gestrichen, was 47% der Stellen überhaupt sind. Den Berichten zufolge wurden 5,5 Millionen Jobs in der Gastronomie gestrichen. Rund eine Million Stellen sind in Casinos und Freizeitparks weggefallen. In Las Vegas gehen alle namhaften Casinobetreiber davon aus, dass sie Entlassungen vornehmen müssen, was bei Verlusten von mehreren Hundert Millionen Dollar sicherlich nicht verwunderlich ist.

Stellenabbau in Las Vegas bereits geplant

Das Cosmopolitan Resort hatte bereits angekündigt, dass im August rund 3.128 Beschäftigte entweder entlassen oder beurlaubt werden müssen. Ein Sprecher des Unternehmens meinte, dass die Dauer und Schwere der Pandemie sowie ihre Auswirkungen für das eigene Resort und die gesamte Branche bisher nicht absehbar sind. Aus dem Grund habe man auch die Ankündigung gemacht, nachdem Las Vegas am 04. Juni 2020 bereits für Besucher wieder geöffnet hatte.

Gleiches gilt für den Glücksspielbetreiber Boyd Gaming in Nevada. Dort sollen 2.500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Problem ist für das Unternehmen, dass die Besucherzahlen in Las Vegas deutlich unter dem Niveau vom Normalzustand liegen. Es gelten für Besucher aus dem Ausland immer noch Einreisebeschränkungen. Innerhalb der USA gilt Nevada zudem als Corona-Hotspot. Das Las Vegas-Review Journal warnt derzeit vor größeren Massenentlassungen. Laut Einschätzungen der Zeitung könnten bei Boyd Gaming Entlassungen von 25% bis 60% der Beschäftigten erfolgen. Das Unternehmen hat knapp 10.000 Angestellte.

Im Circus Circus Hotel & Casino und im Tropicana Las Vegas rechnet man ebenfalls mit Entlassungen. Derzeit haben sich 872 Angestellte der Resorts beim Arbeitsamt gemeldet. Die Entlassungen sollen bis Oktober 2020 erfolgen, wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessert.

Gewerkschaften wie Culinary Union, welche 650.000 Casinomitarbeiter vertritt, fordern seit April 2020 Lohnfortzahlungen und Jobgarantien. Zwischen März und April hatten in Nevada 92.000 Menschen Arbeitslosengeld beantragt, aktuelle Zahlen gibt es bisher nicht. Der Glückspielverband American Gaming Association hatte ferner ein millionenschweres Rettungspaket bei der Regierung beantragt.

Macau ebenfalls vom Stellenabbau betroffen

Macau verzeichnet Einbrüche des Umsatzes von mehr als 90% gegenüber dem Vorjahr. Das asiatische Branchenmagazin IAG geht derweil von rund 5.200 Mitarbeitern aus, welche den Arbeitsplatz verloren haben. Große Betreiber wie Melco, Wynn oder Las Vegas Sands hätten keine Einnahmen mehr. Zwar wurden die Casinos wieder geöffnet, aber 90% der Besucher waren in der Vergangenheit chinesische Spieler. Teilweise dürfen sie immer noch nicht einreisen. Problem ist zudem, dass das Bruttoinlandsprodukt zu 60% aus dem Glücksspiel generiert wird. Das gesamte Wirtschaftssystem der Sonderverwaltungszone von China wird demnach gerade kritisiert. Die Abhängigkeit vom Glücksspiel und den ausländischen Besuchern sei einfach zu groß.

In Europa gibt es ebenfalls Berichte von Jobverlusten

Der Betreiber Genting UK, welcher 43 Standorte betreibt, musste vor zwei Wochen bekannt geben, dass 1.642 Mitarbeiter entlassen werden. Die Wiedereröffnung der Spielbanken musste in Großbritannien verschoben werden. Derzeit wird der 15. August 2020 als neuer Termin fokussiert. Eigentlich sollten die Glücksspielstandorte bereits Anfang August wieder öffnen können. 

Nicht zuletzt hatte Casinos Austria bereits angekündigt, dass man in Österreich 27% der Jobs kürzen muss. 427 Vollzeitstellen betrifft es. Außerdem müssen die übrigen Mitarbeiter mit Gehaltskürzungen von 15% bis 20% rechnen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für die großen Glücksspielmetropolen enorm. Es wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen, ob man irgendwie zur Normalität zurückkehren kann. Derzeit sieht es nicht wirklich danach aus.

Bildquelle: AdobeStock 335082772, COVID-19 Stay Home Stay Safe Sign ©Legacy Images

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