Mit einem Lottogewinn von mehreren Zehntausend, Hunderttausend oder sogar Millionen Euro stehen die Türen für die Anschaffung vieler schöner Dinge weit offen. Eine vom EuroJackpot angestoßene Studie, die sich auf die Erfassung unbeliebter Investitionen aus Lottogewinnen bezieht, hat einige interessante Ergebnisse gebracht: Yachten, Kunstwerke, Beauty-OPs und andere „Klassiker“ sind out!

Wer viel Bares im Lotto gewinnt, hat bestenfalls finanziell ausgesorgt und kann sich leisten, was dem Großteil der deutschen Bevölkerung verwehrt bleibt. Das ist zweifelsohne eine feine Sache und der Hauptgrund, weshalb Lotterien nach wie vor die beliebtesten Glücksspiele in Deutschland sind. Tatsächlich werden hierzulande jedes Jahr weit mehr als 100 neue Millionäre durch entsprechende Angebote gemacht. Manchmal kommt es – gerade bei sehr hohen Summen – langfristig zu schwerwiegenden persönlichen Problemen, weshalb die Lotteriegesellschaften die Inanspruchnahme eines offiziellen Lottogewinn-Beraters empfehlen, der Tipps gibt, um einen sicheren Umgang mit dem vielen Geld zu gewährleisten. Bei den meisten Glücklichen sind die Auswirkungen eines Jackpot-Gewinns jedoch weniger dramatisch. Für sie liegt die größte Herausforderung darin, zu schauen, was sie mit ihrem neuen Reichtum anfangen.

Um letzteres geht es auch in einer Erhebung, die das Hamburger Marktforschungsunternehmen Appinio im Auftrag der Lotterie Eurojackpot durchgeführt hat. Man stellt sich hier aber nicht die typische Frage nach den Anschaffungen mit dem größten „Haben-will“-Faktor, sondern geht die Sache komplett entgegengesetzt an: „Was würden sich die Deutschen bei einem Jackpot-Gewinn NICHT kaufen?“, lautet die Kernfrage. Würdet ihr euch für die Schönheit unters Messer legen oder euch ein Luxusboot im Mittelmeer gönnen? In der Tat sind viele solcher durchaus gängig scheinender „Träume“ weit weniger angesagt, als man vermuten könnte.

Das hat es mit der Untersuchung vom EuroJackpot auf sich

Die Lotterie EuroJackpot wollte herausfinden, welche Investitionen bei einem Millionengewinn eher unbeliebt sind. Dafür hat man gemeinsam mit den Marktforschungsprofis von Appinio eine Studie aufgesetzt, in der 1.000 Probanden dazu befragt wurden, was sie sich als Millionäre eher nicht kaufen würden. Ausgangspunkt war die Annahme eines Gewinns von 115 Millionen Euro beim EuroJackpot.

Die Befragung erfolgte online über das hauseigene Mobil-Panel von Appinio, wo den Mitwirkenden die Chance gegeben wurde, ihre Ablehnungen in sieben Kategorien kundzugeben – von „Designerkleidung“ bis „Yacht“. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über vier Wochen bzw. über den gesamten Januar 2024. Es haben Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teilgenommen. Sowohl Frauen als auch Männer waren beteiligt. Hinsichtlich der demografischen Merkmale gab es bei den Antworten einige interessante Eigenheiten, wie unten noch genauer herausgestellt wird. Die Ergebnisse sind laut Lotto.de repräsentativ gewichtet nach Alter und Geschlecht.

Schönheits-OPs sind richtig out

  • Mit deutlichem Abstand zu den übrigen Ergebnissen haben die meisten Befragten Beauty-OPs als Investition bei einem Millionengewinn ausgeschlossen. 38 Prozent sagten, dass sie keine entsprechenden Eingriffe durchführen lassen würden.
  • Die eigene Yacht und Kunstwerke landeten mit jeweils 14 Prozent auf Platz zwei und drei unter den unbeliebtesten Investitionen bei einem Großgewinn im Lotto.
  • Schon andere Erhebungen haben gezeigt, dass die Deutschen ihr Geld nicht gerne in Risikogeschäfte stecken. Kein Wunder also, dass kurz hinter Yachten und Kunstwerken mit 11 Prozent die Investition in Start-ups folgt.
  • Designerkleidung erfährt mit 10 Prozent nur etwas weniger Ablehnung. Man(n) könnte nun meinen, dass zumindest die Frauen hier klar unter dem Durchschnitt liegen und teure Klamotten eher bevorzugen. Das trifft aber nicht zu – es sind sogar 12 Prozent der weiblichen Teilnehmer gegen eine Anlage in Mode.
  • Die geringste Abneigung entfiel auf Luxusautos mit 8 Prozent und die Poolvilla mit nur 6 Prozent.

Bodo Kemper von Eurojackpot kommentierte die Resultate wie folgt:

„Überall im Alltag werden uns Schönheitsideale vermittelt, Castingshows und Influencer leben vom Trend zur Selbstoptimierung - und doch hätten sehr viele Menschen mit einem Jackpot-Gewinn Besseres zu tun, als Veränderungen am Körper vornehmen zu lassen. Offenbar sind die Deutschen ganz zufrieden mit ihrem Äußeren. Und statt dem Schönheitschirurgen den Sportwagen zu finanzieren, würden sie sich lieber selbst einen kaufen.“

Unterschiedliche Tendenzen bei Männern und Frauen – und was jüngere bzw. ältere Probanden bevorzugen

In der Studie wurde auch nach gewissen demografischen Merkmalen gesplittet. Schauen wir uns zunächst die Tendenzen bei Frauen und Männern an:

  • So sprachen sich Männer noch etwas deutlicher gegen Schönheits-OPs aus als Frauen. Das Verhältnis lag bei 36 zu 40 Prozent.
  • Interessant ist, dass Männer eine Investition in Designerkleidung offenbar sogar weniger ablehnen als Frauen – 7 zu 12 Prozent.
  • Der Trend aus der Mode zeigt sich auch bei den Kunstwerken – 12 Prozent der Männer würden ihr Geld keinesfalls in diesem Bereich anmelden, wohingegen 16 Prozent der Frauen ein „Nein“ aussprechen.
  • Start-ups sind für die Frauen weniger kritisch – hier lehnen nur 9 Prozent ab, eine entsprechende Unterstützung ist dagegen für 12 Prozent der Männer keine Option.

Und wie sieht’s mit Altersunterschieden bei den Präferenzen bzw. Anti-Präferenzen aus?

  • Am deutlichsten sind die Unterschiede bei den Schönheits-OPs: Unter den Probanden im Alter zwischen 18 und 24 sprechen sich immerhin nur 30 Prozent dagegen aus. Jenseits der 55 ist die Ablehnung mit 43 Prozent am größten.

Fazit

Die Ergebnisse der Untersuchung von Appinio und EuroJackpot scheinen in gewisser Weise „typisch deutsch“: Beständige Werte, sprich in diesem Fall Haus und Hof (Poolvilla) oder Autos, liegen uns am Herzen und haben dementsprechend nur eine geringe Ablehnung erfahren, wohingegen unweigerlich Vergängliches in Form von Schönheit für viele wahrscheinlich nicht nachhaltig genug ist, um dafür Teile eines Lottogewinns zu investieren. Zwischen diesen Extrempunkten gibt es für die Bewertungen von Kunstwerken, Start-up-Investitionen und Co. eine Menge Interpretationsraum. Das hier ist selbstverständlich nur eine laienhafte verhaltenspsychologische bzw. mentalitätsbezogene und dabei zugegebenermaßen recht stereotype Analyse, die niemand zu sehr in die Waagschale legen sollte. Die Studie möchte aber wohl auch selbst nicht zu ernst genommen werden. Teilt gerne eure Meinung dazu mit.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/photos/portofino-sea-coast-liguria-italy-7504460/ + Screenshot von https://www.lotto.de/ueber/neuigkeiten/eurojackpot/2024/pressemeldung-eurojackpot-20240417

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4 Kommentare zu: Das würden sich die Deutschen von einem Lottogewinn NICHT kaufen

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Und wieviele der Befragten rechnen täglich mit einem Millionengewinn ? Gott sei Dank wissen die bereits was sie NICHT kaufen. Schon schön, wenn man soviel Patte hat, eine so saudumme Umfrage in Auftrag zu geben und zu bezahlen....   Mehr anzeigen
Glaube vielen ist Gesundheit und Frieden wichtiger 😀mit soviel Geld würde man die Ruhe haben😉würde viel reisen ✈
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Haha, bei nem 115 Millionen-Gewinn braucht's definitiv keine Schönheits OP.
Da macht den Gewinner der Kontostand schon "schön" genug.
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Wen man mit den Reichen und Schönen abhängen will muß man auch so aussehen. Die werden einen schon zum Chirurgen des Vertrauens vermitteln.

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