In der Nacht zum Sonntag, den 3. Dezember, oder in den frühen Morgenstunden haben bisher Unbekannte versucht, die Spielhalle „Casino Planet“ in Rottweil-Neukirch abzubrennen. 7 Feuerwehrfahrzeuge und 44 Männer waren an dem Einsatz beteiligt und konnten den Schwellbrand erfolgreich löschen.

Laut Angaben der Polizei haben Unbekannte zuerst das Fenster der Damentoilette an der Rückseite des Gebäudes eingeschlagen und dann eventuell einen brennenden Molotow-Cocktail durch das Fenster geworfen. Die Feuerwehrleute bestätigten, dass der flächige schwarze Ruß darauf hindeuten könnte - laut offizieller Polizeimeldung wird lediglich vom brennenden Material ausgegangen, dass durch das Fenster geworfen wurde.

Eine Mitarbeiterin nahm am Sonntagmorgen einen Brandgeruch wahr und verständigte kurz nach 8.30 Uhr die Feuerwehr. Beim Eintreffen stellten die Einsatzkräfte an der Rückseite des Hauses eine starke Rauchentwicklung fest, offenes Feuer wurde nicht vorgefunden.

Zunächst war Grund für den Brand unklar

Die Feuerwehrleute sind als erstes von einem technischen Defekt ausgegangen. Der Schwellbrand aus der Damentoilette breitete sich wohl durch die Wände und Zwischendecke bis zum Flur aus. Trotzdem konnte man den Brand schnell unter Kontrolle bringen.

Die Ermittlungen danach ergaben, dass es sich um Brandstiftung handeln muss - die Brandspuren unter dem Fenster seien in der Beziehung eindeutig. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingens bestätigte dann, dass:

wohl unbekannte Personen etwas Brennendes über ein Fenster an der Rückseite ins Gebäude geworfen haben.

Die Polizei geht davon aus, dass der Brandsatz gezielt in das Casino geworfen wurde. Die Ermittlungen dauern weiter und es wird dringend um Hilfe sowie Hinweise gebeten. Personen die Angaben zur Entstehung des Brandes machen können oder sonstige Unregelmäßigkeiten im Bereich des „Casino Planet“ gemacht haben, sollen sich unter 0741/477-0 mit der Polizei in Verbindung setzen.

Negativ Schlagzeilen von Spielotheken reißen nicht ab

Bereits Anfang November hatte ich über diverse Überfälle auf Spielhallen berichtet. Es gibt in letzter Zeit mehrere weitere Meldungen, die teilweise immer unglaublicher werden. Hier nur einige Beispiele.

38-Jähriger Mann droht mit Waffengewalt

In der Neuenkirchener Europlayer Spielothek hatte am 29. November ein 38-Jähriger gegen 11.30 Uhr zunächst eine Angestellte beleidigt und beschimpft. Er wurde daraufhin gebeten, die Spielhalle zu verlassen. Seine Beleidigungen wurden heftiger und er drohte der Angestellten und einer Kundin, die Courage zeigte, mit Kopfschüssen - er wollte dafür in seine Wohnung gehen und eine Waffe holen.

Die Angestellte alarmierte nach dem Vorfall die Polizei, der Mann war bereits vorher in Erscheinung getreten, sodass ein Sondereinsatzkommando ihn in seiner Wohnung aufgegriffen hatte und diese durchsuchte. Eine Schreckschusswaffe und eine geringe Menge an Betäubungsmitteln wurden sichergestellt. Der Mann konnte scheinbar den Vorgängen nicht folgen, weil er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, daher wurde er in ein Krankenhaus zur Untersuchung eingeliefert.

Überfall mit Messer in Darmstadt

Eine Spielhalle im Darmstadt wurde am Dienstagmorgen, den 28. November, überfallen. Ein maskierter Mann bedrohte dabei eine 45-jährige Angestellte mit einem Messer und forderte die Einnahmen. Aus der Kasse gab sie ihm einige Hundert Euro, da es ihm aber nicht genügte, wollte er bei einem Gast noch mehr Beute machen. Bei dem Spieler war aber nichts zu holen, sodass der Mann zu Fuß flüchtete. Eine erste Fahndung nach dem Täter brachte leider keinen Erfolg.

Raub in Haren vereitelt

Eine halbwegs positive Nachricht gab es zumindest aus Haren in Niedersachsen. In der Admiral Spielhalle an der Emsstraße konnten 2 Männer einen 28-Jährigen überwältigen, der versucht hatte das Casino auszurauben.

Bereits am 15. November hatte sich der Vorfall ereignet. Gegen 22.40 Uhr war ein Mann aus dem Kosovo der letzte Kunde. Eigentlich wollte er nur Geld für die Zigaretten wechseln, dieser bitte kam die Angestellte auch nach. Mit dem Geld ging er dann zum Zigarettenautomaten. Danach schlich sich der Mann zurück, trat hinter die Angestellte und schlug der Frau mit seiner Faust auf dem Kopf. Ein zweiter Schlag konnte von ihr abgewehrt werden. Sie flüchtete in eine angrenzende Gaststätte und bekam dort Hilfe von 2 Männern, die den Täter in der Spielhalle überwältigten und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhielten.

Laut Angaben der Filialleiterin Annika Münch wurde die 49-jährige Angestellte mit einer schweren Kopfverletzung im Meppener Krankenhaus behandelt. Es sei der erste Überfall auf diese Spielothek gewesen - sie bedankte sich noch einmal für den Mut und die Courage der beiden Harener Männer. Die Mitarbeiter stehen zwar noch unter Schock, aber die Alarmkette hätte hervorragend funktioniert, sodass auch die Polizei schnell alarmiert war.

Der Täter war der Polizei als drogenabhängig bekannt. Für ihn lagen Haft- und Abschiebebefehle vor. Er wurde nach der Tat in die Justizvollzugsanstalt Lingen gebracht.

Fazit: Insgesamt nur Einzelfälle

Wie bereits in einem anderen Artikel angeklungen sind, sind die Überfallszahlen auf deutsche Spielhallen in den letzten Jahren relativ stabil, bei knapp 630 Vorfällen pro Jahr deutschlandweit. Somit handelt es sich derzeit um einige Einzelfälle, die vermehrt in die Öffentlichkeit gelangen. Man sollte also nicht in Panik verfallen, nur weil man Angst vor irgendwelchen Überfällen in der Nähe von Spielotheken hat. Dennoch kann man sicherlich jeden verstehen, der vor diesem Hintergrund lieber von Zuhause aus in einem Online Casino spielt und mit den zwielichtigen Gestalten einer Spielhalle nichts mehr zu tun haben möchte.

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