Kugel, Würfel oder Karten – es gibt eine relativ lange Liste von berühmten Persönlichkeiten, die Spaß am Glücksspiel gefunden haben. Eine Betrachtung der legendären Spieler zeigt einmal mehr, dass das Spielen um Geld und mit dem Glück zur menschlichen Kultur gehört. Im Folgenden die findet ihr die wichtigsten Spieler der vergangenen Zeiten.

Kaiser, Frauenhelden, Schriftsteller, Musiker, Mafiabosse und Hollywoodstars – sie alle haben teilweise ein Laster gemein: das Glücksspiel. Würfelspiele, Wetten, Roulette oder Kartenspiele, immer wieder im Laufe der Geschichte haben große Persönlichkeiten am Spielen mit Geld und dem Glück Gefallen gefunden. Manchmal haben sie gewonnen, aber teilweise auch alles verspielt. Im folgenden Artikel möchte ich kurz die wichtigsten Persönlichkeiten vorstellen.

„Alea iacta est“ – die Römer spielten schon

Im antiken Rom kennt man nicht nur die Bordelle aus Pompeji, sondern hat auch diverse Spiele der Römer gefunden. Das Geschlecht der Julier ist mit Ausnahme von Kaiser Augustus in der Bewertung durch die römischen Geschichtsschreiber manchmal nicht sehr gut weggekommen und so wird vielen Familienmitgliedern der Hang zum Glücksspiel nachgesagt.

Schon Gaius Iulius Caesar (100 - 44 v. Chr.) soll als er 49 v. Chr. den Rubikon mit seiner Armee übertreten haben, um gegen die Truppen von Gnaeus Pompeius Magnus vorzugehen, alea iacta est (die Würfel sind gefallen) ausgerufen haben. Was man auch als Hinweis auf die Beliebtheit von Würfelspielen verstehen kann.

Sein Adoptivsohn Octavius (63 v. Chr. - 14 n. Chr.), der spätere Kaiser Augustus, soll Alea (ein Würfelspiel, das als Frühform des Backgammons gilt) gespielt haben. Außerdem hat er zu Festen immer Verlosungen veranstaltet, damit die Festgäste verschiedene Geschenke von ihm erhalten.

Vom Kaiser Claudius (10 v. Chr. - 54 n. Chr.) wird behauptet, dass er für Reisen in den eher wackeligen Kutschen einen besonderen Tisch anfertigen ließ, damit er auf ihm auch während der Fahrt würfeln konnte. Ferner wird behauptet, dass er Männer zum Spielen zu sich rief, die eigentlich hingerichtet werden sollten.

Caligula (12 - 41 n. Chr.) zeigte dem römischen Senat nicht nur durch die Nominierung eines Pferdes zum Konsul, was er von der Institution hielt und sorgte so für viel Unmut. Er schloss regelmäßig Wetten auf Pferderennen oder Würfelspiele ab, was den Zeitgenossen ebenfalls nicht gefiel. Die römische Presse urteilte nicht gut über ihn, so soll er im Kaiserpalast einen Spielsalon gehabt haben, um die Gelder der Staatskasse aufzufüllen und nicht einmal am Sterbetag seiner Schwester auf das Spielen mit Würfeln verzichtet haben. Auch der eher fanatische Nero (37 - 68 n. Chr.) soll dem Würfelspiel verfallen sein.

Die größten Spieler erst ab dem 18. Jahrhundert

Einer der bekanntesten Spieler war sicherlich der französische Philosoph Voltaire (1694 - 1778). Seine Leistungen im Bereich der französischen Aufklärung sind sicherlich unbestritten. Als die französische Regierung eine Lotterie einführte, wurde er zudem zu einem passionierten Spieler. Besonderheit der Lotterie war, dass nur Käufer von bestimmten Anleihen an ihr teilnehmen konnten. Er nutzte die Teilnahmebedingungen zu seinem Vorteil, indem er eine Spielergemeinschaft gründete, kaufte die maximale Anzahl an Anleihen und gleichzeitig auch die höchste Anzahl von Losen für die Lotterie. Mit seinen Investoren konnte einen großen Anteil an den Lotteriegewinnen bekommen. Die Regierung weigerte sich jedoch die Summen auszuzahlen, vor Gericht gewann er jedoch und bekam die Gewinne. Ansonsten hat er Faro (ein Kartenspiel) oder Birbi (ein Kesselspiel ähnlich dem Roulette gespielt.

Giacomo Casanova (1725 - 1798), der italienische Schriftsteller wurde nicht nur in Venedig und der ganzen Welt wegen seiner Liebschaften zu einer Legende, sondern spielte auch hin und wieder gerne. Er soll vor allem dem Kartenspiel Faro verfallen sein. Eine Spielstrategie, Martingale de Casanova, wurde sogar nach ihm benannt, wobei hier das ständige Verdoppeln der Einsätze einziger Bestandteil ist. Auch wenn die Spielweise nicht von ihm erfunden wurde, so hat er sie doch passioniert angewendet und detailliert in seinen Memoiren beschrieben. Der Spieler verdoppelt bei der Strategie so lange, bis er gewinnt, und fängt dann beim Starteinsatz wieder an. Er spielte dabei nicht nur mit dem eigenen Geld, dem seiner Gönner, sondern verprasste auch das Geld der Geliebten.

Es wird erzählt, dass er einmal in 2 Tagen 5.000 Goldstücke in Venedig verloren hat. In einem anderen Fall hat er Diamanten seiner Geliebten eingesetzt, damit beide mit dem Gewinn durchbrennen und ein neues Leben beginnen können. Das Pech im Spiel wirkte sich auf die Beziehung aus und so war die Affäre so schnell vorbei, wie sie begonnen hatte.

An Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781) kommt wahrscheinlich kein Schüler in Deutschland vorbei. Sein Werk „Nathan, der Weise“ gilt heute als Meilenstein der Toleranz, der Dichter selbst war ein Spieler. 1760 soll er die Stelle des Gouvernementssekretärs in Breslau angetreten und im militärischen Milieu erste Erfahrungen mit dem Glücksspiel gemacht haben. Ein Freund, Samuel Benjamin Klose, berichtet daher über ihn:

Fast täglich ging er nach sechs gegen sieben Uhr in das Theater, und von da mehrentheils, ohne das Stück ausgehört zu haben, in die Spielgesellschaft, von wo er spät nach Hause zurückkehrte, und den andern Tag nicht vor achte oder neun Uhr aufstand.

Sein Bruder bezeichnete es gar als Spielsucht, wobei Lessing vor allem am Kartenspiel Pharao Gefallen gefunden hat, was reineweg auf Glück basierte und keinerlei Strategie wie Poker erforderte.

John Montagu, der 4. Earl of Sandwich (1718 - 1792), ist sicherlich vielerorts bekannt. Er soll leidenschaftlicher Kartenspieler gewesen sein. Er hatte viele Erfahrungen gesammelt, vergaß aber am Tisch beim Kartenspielen zu essen. Er bat folglich immer wieder einen Diener ihm zwei Fleischscheiben zwischen zwei Brotscheiben zu bringen, damit er schnell am Tisch essen könne, ohne irgendetwas schmutzig zu machen. Diese Praxis war unter seinen Spielgefährten irgendwann bekannt, sodass sie dasselbe wie Sandwich forderten und zumindest der Legende nach wurde so das uns heute bekannte Sandwich geboren.

Von George Washington (1732 - 1799) wird ebenfalls behauptet, dass er ein Spieler war, der über seine Gewinne und Verluste akribisch Buch führte. Außer ein paar Zitaten zum Thema Glücksspiel sind sonst keine besonderen Anekdoten bekannt.

Glücksspieler des 19. Jahrhunderts in der Übersicht

Im 19. Jahrhundert sind viele weitere Persönlichkeiten bekannt, die an verschiedensten Glücksspielen teilgenommen haben, hier die wichtigsten Spieler im Überblick:

  • Thomas Jefferson (1743 - 1826): Er spielte angeblich regelmäßig in der Zeit, als die Unabhängigkeitserklärung verfasst wurde. Er protokolierte Gewinne und Verluste bei Backgammon, Lotterien, Münzwürfen und unterschiedlichen Kartenspielen.
  • Jane Austen (1775 - 1817): Inwiefern sie selbst gespielt hat, ist nicht überliefert, jedoch nutzte sie in den Romanen immer wieder Glücksspiele, um Charaktermerkmale zu beschreiben. In den bekanntesten Werken Stolz und Vorurteil sowie Sinn und Sinnlichkeit kam es beispielsweise zur Erwähnung verschiedener Lotterien, Vengt-un (Vorform von Blackjack) und weiterer Spiele.
  • Napoleon Bonaparte (1769 – 1821): Er war begeisterter Spieler von Games, die Geschick erforderten und versuchte Strategien auch auf Gefechte zu übertragen. Er warb für die Casinos von Frankreich und steigerte die Popularität von Vingt-un.
  • Alexander Puschkin (1799 - 1837): Er trank und spielte dabei recht heftig, sodass er sich immer mehr verschuldete und wohl eine 2. Hypothek auf die Leibeigenen seiner Frau aufnehmen musste. Zum Thema Glücksspiel schrieb er die Erzählung Pique Dame.
  • Fjodor Dostojewski (1821 - 1881): Sein Roman „Der Spieler“ sollte jedem bekannt sein. Der Handlungsort war wohl das Casino Baden-Baden, weil er selbst Schulden bei der Spielbank begleichen musste.

Bekannte Spieler des 20. Jahrhunderts

Winston Churchill (1874 - 1965) ist sicherlich jedem ein Begriff. Er meinte, dass man im Krieg und Spiel relativ große Risiken eingehen muss. Dabei spielte er leidenschaftlich gern Poker. Angeblich soll er einmal gegen den amerikanischen Präsidenten, Harry Truman, gepokert und dabei eine recht beträchtliche Summe verloren haben.

Im Weißen Haus gab es wohl viele Präsidenten, die immer mal wieder gepokert haben. Warren Harding (1865 - 1923) soll mindestens 2-mal die Woche mit Mitgliedern des Kabinetts gespielt haben. Einmal hat er sogar ein komplettes Porzellanservice des Hauses eingesetzt und verloren.

Franklin D. Roosevelt (1882 - 1945) soll regelmäßig am Ende der Sitzungsperioden des US-Kongresses Pokerspiele veranstaltet haben. Der Gewinner stand wohl fest, sobald die Sitzung endgültig beendet war.

Harry S. Truman (1884 - 1972) galt als guter Five-Card-Stud-Pokerspieler und soll während des 2. Weltkrieges verschiedene Marathonsitzungen veranstaltet haben. Teilweise war die Presse sogar dabei.

Richard Nixon (1913 – 1994) soll angeblich während seiner Zeit bei der US-Navy gelernt haben, wie man Poker spielt. Gewinne soll er sogar zur Finanzierung seiner ersten Wahlkampagne für einen Sitz im Repräsentantenhaus genutzt haben.

Berühmte Stars, die gerne Zocken

Man hält es immer nicht für möglich, aber viele Hollywood-Sterne, Sportler oder andere Schauspieler nehmen immer wieder an Glücksspielen teil, an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl:

  • Tiger Woods: Er hat eine Schwäche für Blackjack und war regelmäßiger Gast im Club „Mansion“. Ein Ort für High Roller in Las Vegas, der zum Casino MGM Grand gehört. Gerüchte besagen, dass er dort ein Einsatzlimit von 1.000.000 Dollar gehabt haben soll, wobei er regelmäßig mit 25.000 Dollar gespielt hat.
  • Michael Jordan: Seine Leidenschaft galt den Wetten beim Golf, dem Pokerspiel und Craps. Im Laufe seines Lebens soll er dort zwar große Summen gewonnen aber wenigstens ebenso viel verloren haben.
  • Tobey Maguire: Er hat sich vom Profispieler Daniel Negreanu Poker beibringen lassen und dann bei verschiedenen Turnieren teilgenommen. 2004 konnte er ein Event der Wolrd Series of Poker für sich entscheiden. Insgesamt schätzt man, dass er 10 Millionen Dollar allein durch das Glücksspiel gewonnen hat.
  • Charlie Sheen: Er soll den Sportwetten verfallen sein. In guten Zeiten hat er wohl 200.000 Dollar pro Woche verspielt, mittlerweile hat er diese Kariere jedoch beendet.
  • Ben Affleck: Es wird erzählt, dass er beim Blackjack einige Gewinne einfahren konnte. Bei einem Besuch in Las Vegas soll er wohl mit 60.000 Dollar pro Hand gespielt haben und am Ende immerhin 800.000 Dollar Gewinn verzeichnen können. Dem Croupier soll er ein Trinkgeld von stattlichen 150.000 Dollar gegeben haben. Im Hard Rock Casino soll er Hausverbot haben, weil man ihm beim Blackjack beim Kartenzählen erwischt hat. Ansonsten spielt er auch Poker und hatte bei der California Poker Championship einige Erfolge.
  • Queen Elisabeth II.: Die Queen liebt den Pferdesport über alles und schließt bei den Pferderennen immer wieder Wetten ab. Ihren Favoriten hält sie aber jedes Mal geheim, auch ist nichts über die Gewinne bekannt.

Glücksspiel gehört dazu

Die Auflistung zeigt einmal mehr, Glücksspiel ist überall in der Gesellschaft verbreitet. Dichter, Philosophen, Kaiser, Präsidenten, Sportler und Schauspieler haben alle immer wieder im Laufe der Geschichte an den verschiedenen Games Gefallen gefunden. Scheinbar geht es für viele Menschen ohne den gewissen Nervenkitzel beim Spielen um Geld nicht. Glücksspiele gehören irgendwie zum Leben.

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