Bereits vor rund zwei Wochen hat die schwedische Glücksspielaufsicht gegen den Glücksspielgiganten Mr Green eine rekordverdächtige Geldstrafe verhängt. Die auf Malta beheimatete Mr Green Limited soll jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen SEK bezahlen. Umgerechnet entspricht das einem Betrag von rund drei Millionen Euro.

Die schwedische Glücksspielbehörde Spielinspektionen ist bekannt für ihr rigoroses Vorgehen bei Regelverstößen gegen die geltenden Glücksspielgesetze. Bereits im Februar dieses Jahres berichteten wir darüber, dass die schwedische Behörde gegen die ComeOn Group eine Strafzahlung von umgerechnet 17,5 Millionen Euro verhängt hat. Im aktuellen Fall werden dem Glücksspielriesen Mr Green, den viele Deutsche aus der TV-Werbung kennen sollten, schwerwiegende Mängel in den Bereichen Spielsucht und Geldwäscheprävention vorgeworfen.  

Glücksspielbehörde führte umfassende Untersuchungen durch

Die Glücksspielaufsicht Spielinspektionen hat über einen längeren Zeitraum die Aktivitäten bei Mr Green überwacht. Zuvor hat der Betreiber selbst mehrere seiner Kunden bei der zuständigen Finanzbehörde gemeldet. In diesen Fällen stand unter anderem ein Geldwäscheverdacht im Raum.

Diesen Vorfall hat die Aufsichtsbehörde zum Anlass genommen, den Glücksspielanbieter umfassend unter die Lupe zu nehmen. Dabei seien mehrere Regelverstöße festgestellt worden. Dabei ging es unter anderem darum, dass die Kunden vom Betreiber Mr Green nicht hinreichend kontrolliert worden sind. Bemängelt wurde beispielsweise, dass es mehrere Kunden gab, bei denen die Einzahlungen auf dem Spielerkonto die eigenen Einkünfte bei Weitem überstiegen haben. In solchen Fällen muss natürlich dem Verdacht der Geldwäsche und auch der Terrorismusfinanzierung genauestens nachgegangen werden.

Ein Spieler zahlte rund 3,8 Millionen Euro ein

Besonders auffällig war laut Spielinspektionen der Fall eines einzelnen Spielers, der bei Mr Green insgesamt 39,3 Millionen SEK eingezahlt habe. Umgerechnet entspricht das einem Betrag von rund 3,8 Millionen Euro. Von diesem Betrag habe der auffällige Mr Green-Spieler allerdings „nur“ etwa 3,2 Millionen SEK (= ca. 310.000 Euro) verloren. Die Ermittlungen der Aufsichtsbehörde haben ergeben, dass der Spieler kein ausreichendes Einkommen erzielt habe, um derartige Casino-Einzahlungen rechtfertigen zu können. Mr Green habe gegen diesen Spieler allerdings nicht die erforderlichen Maßnahmen ergriffen.

Mehrere „Problemspieler“ wurden aktiv zur Glücksspielteilnahme motiviert

Darüber hinaus habe die schwedische Glücksspielbehörde ermittelt, dass in mindestens fünf Fällen Spielerinnen oder Spieler aktiv von Mr Green kontaktiert wurden, um sie zum Spielen zu motivieren. Die Kontaktaufnahme sei unaufgefordert per E-Mail oder Telefon erfolgt. Bereits Anfang des Jahres berichteten wir darüber, dass die schwedische Glücksspielaufsicht davor warnt, dass „Problemspieler“ manchmal gezielt von den Anbietern angelockt werden.

Im Ergebnis habe sich die Behörde in Schweden dazu entschlossen, gegen den Glücksspielanbieter Mr Green eine Strafe in Höhe von 30 Millionen SEK (= 2,93 Millionen Euro) zu verhängen. Das gab die Spielinspektionen in einer Pressemitteilung bekannt.

In der Vergangenheit hat die schwedische Glücksspielaufsicht bereits gegen den Glücksspielkonzern Betsson eine Rekordstrafe in Höhe von 20 Millionen SEK verhängt. Nachdem Betsson dagegen Einspruch eingelegt hat, entschied ein schwedisches Verwaltungsgericht jedoch, dass die Strafe von Betsson nicht gezahlt werden muss.

Mr Green bemüht sich um Schadensbegrenzung

Wie Mr Green in einer aktuellen Stellungnahme bekannt gab, habe man die offengelegten Missstände ernst genommen. Man bemühe sich derzeit um eine Verbesserung der Situation. So wies Mr Green beispielsweise darauf hin, dass die Spielerkonten von Betroffenen, die auf eine Kontaktaufnahme von Mr Green nicht reagieren, sofort geschlossen werden würden.

Mr Green & Co. AB ist die Holding eines Glücksspielkonzerns, welche unter anderem Sportwetten und Online Casinos anbietet. Das börsennotierte Unternehmen wurde im Jahr 2007 gegründet und erwirtschaftete bereits im Jahr 2017 einen Umsatz von über 120 Millionen Euro. Im Jahr 2019 erwarb der Glücksspielriese William Hill PLC. mehr als 98 % der Anteile von Mr Green. Mr Green besitzt unter anderem eine EU-Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA).

Fazit

Das Geldwäschegesetz in Schweden stellt hohe Anforderungen an Glücksspielfirmen. Das Ziel besteht darin, zu verhindern, dass die Glücksspielaktivitäten zur Terrorismusfinanzierung oder für Geldwäsche missbraucht werden. Aus diesem Grund müssen die Glücksspielunternehmen ihre Spielerinnen und Spieler namentlich identifizieren und ausreichend Informationen recherchieren, um mögliche Risiken und Gefahren möglichst zuverlässig einschätzen zu können. Da es im Fall von Mr Green wohl zu Versäumnissen in diesen Bereichen gekommen ist, wurde gegen den Glücksspielkonzern nun eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet knapp drei Millionen Euro festgelegt. Unklar ist bislang jedoch noch, ob Mr Green die Strafe akzeptiert und bezahlen wird oder dagegen Widerspruch einlegen wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/international-fahne-flagge-sweden-2684767/

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