Anfang Mai 2017 soll eine dreiköpfige Bande in einer Spielhalle in Kulmbach, 20 Kilometer nördlich von Bayreuth, 3.000 Euro durch die Manipulation von Spielautomaten erbeutet haben. Außerdem wurden 2.000 Euro Sachschaden angerichtet.

Ein Video zeigt wie in einer Kulmbacher Spielothek drei Männer in einen Spielautomaten anbohren und mit Drähten sowie Batterien diesen manipulieren. Ein Mitarbeiter der Spielothek solle dann hinzugekommen sein und sich auf die Männer eingelassen und bewusst wegesehen haben, zumindest wird es ihm jetzt vorgeworfen. Vor Gericht läuft deshalb ein Verfahren gegen den 46-jährigen Mitarbeiter. Die Anklage lautet auf Mithilfe zum Diebstahl in einem besonders schweren Fall und Sachbeschädigung. Die betrügerische Bande wurde bisher nicht ausfindig gemacht.

Kann man einen Slot manipulieren?

Wie ein Informationselektroniker des Automatenherstellers am 4. Verhandlungstag dem Gericht mitteilte, gibt es Wege, um die Auszahlungen bei den Maschinen zu erhöhen. So gab er Details über besondere Fehlermeldungen, den Spielerschutz, den Punktespeicher und der Protokollauswertung den Richtern bekannt. Außerdem wurde veranschaulicht, wie man durch das Kurzschließen bestimmter Lichtschranken umgehen kann, dass der Automat Auszahlungen registriert.

Der angeklagte Mitarbeiter der Spielothek, der seinen Job verloren hat und gegen den noch ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht läuft, bestritt die Beihilfe. Er gab bekannt, dass er nur seinen Job gemacht hätte.

Trotz einiger Anhaltspunkte konnte immer noch nicht umfassend geklärt werden, wie die Manipulationen an mehreren Automaten der Spielhalle durchgeführt wurden und ob der Angeklagte wirklich beteiligt war. Der Techniker des Automatenherstellers berichtete, dass man Anhand des Videos vielleicht Aufschlüsse über das Vorgehen der Bande ziehen könnte. Beispielsweise könne man durch Leuchtdioden, die genau dann aufblinken, wenn die Täter beim Aufbohren die richtige Stelle treffen, einige Erkenntnisse gewinnen. Die 2 bis 3 Stunden Überwachungsmaterial wurden dem Techniker kopiert und ihm wurde der Auftrag erteilt, die Videos auszuwerten. Am 2. Und 23. November kommt es dann zur  Fortsetzung der Verhandlung.

Automatenbetrug häuft sich in den letzten Jahren

Es gab in diesem Jahr bereits mehrere Meldungen über Banden, die sich auf das Ausräumen von Spielautomaten spezialisiert haben. Beispiele finden sich genug: In Rahden und Barntrup in Nordrhein-Westfalen sollen zwei Männer Spielautomaten manipuliert und mehrere Tausend Euro erbeutet haben. Die Betrügereien ereigneten sich im Abstand von 4 Wochen im März dieses Jahres.

Bereits im vergangenen Jahr gab es einen Betrugsfall in Friedberg in Hessen. Dort hatte ein Duo zunächst das Aufsichtspersonal abgelenkt, dann den Spielautomaten geöffnet und bei der Software ein Testprogramm eingeschaltet, das Gewinnausschüttungen wahrscheinlicher macht. 7.500 Euro hatten sie damit ergaunert.

Im April gab es unter anderem Razzien in vier Bundesländern: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen, wobei private Wohnungen, Spielhallen und Gaststätten durchsucht wurden. Ein 41-Jähriger, der mit Komplizen über 100 Spielautomaten manipuliert haben soll, wurde verhaftet.

Sollte man noch in Spielotheken spielen?

Ich persönlich würde der Spielhalle immer das Online Casino vorziehen, da dort die Auszahlungsquote bei den Spielen höher ist. Wer dennoch auf ein paar Drehungen an einem richtigen Automaten nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, dass der Automat in einem einwandfreien Zustand ist und Zulassungszeichen sowie Prüfplakette nicht älter als 24 Monate sind. Man sollte nur an technisch einwandfreien Geräten spielen, damit man keine Probleme mit Betrug oder irgendwelchen Vorwürfen der Manipulation hat.

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